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Blackrock - der heimliche Herrscher im Dax Großeigentümer der Deutschland AG

Schweinsteiger, Neuer, Müller und Kroos (v.l.) in EM-Trikots von Adidas

Adidas: 6,3 Prozent

Der Sportartikelkonzern war sowohl 2015 als auch im EM-Jahr 2016 der größte Dax-Gewinner. Den gewaltigen Börsenanstieg hat der Investor Blackrock zwar vermehrt zu Gewinnmitnahmen genutzt, er kommt aber immer noch auf gut sechs Prozent Anteil.

Blackrock - der heimliche Herrscher im Dax Großeigentümer der Deutschland AG

Schweinsteiger, Neuer, Müller und Kroos (v.l.) in EM-Trikots von Adidas

Adidas: 6,3 Prozent

Der Sportartikelkonzern war sowohl 2015 als auch im EM-Jahr 2016 der größte Dax-Gewinner. Den gewaltigen Börsenanstieg hat der Investor Blackrock zwar vermehrt zu Gewinnmitnahmen genutzt, er kommt aber immer noch auf gut sechs Prozent Anteil.

Leuchtendes Logo der Allianz Versicherung über der Niederlassung in Frankfurt

Allianz: 6,5 Prozent

2009 stieg Blackrock durch den Kauf der Barclays-Sparte Global Investors beim Versicherungsriesen Allianz ein. Mit dem Kauf des Vermögensverwaltungsgeschäfts der britischen Großbank Barclays für rund 15 Milliarden Dollar wurden die Amerikaner zum größten Vermögensverwalter der Welt. Mit einem Anteil von 6,5 Prozent ist Blackrock nach wie vor der größte Einzelaktionär bei der Allianz.

BASF: 5,9 Prozent

Auch in der Chemiebranche mischt Blackrock mächtig mit: Mit 5,9 Prozent sind die Amerikaner mit Abstand größter Anteilseigner bei BASF. Bei der amerikanischen Konkurrenz - bei DuPont und Dow Chemical - sind sie mit Anteilen von gut sechs Prozent ähnlich stark engagiert. Es wäre naiv zu glauben, Blackrock hätte bei der Fusion der beiden US-Chemiegiganten nicht seine Finger im Spiel.

Geldkoffer mit Dollarscheinen Monsanto- und Bayer-Logos im Innendeckel

Bayer: 6,9 Prozent

Mitten in der Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto hat Blackrock seine Beteiligung an Bayer ausgebaut. Im Juli 2016 steigerte Blackrock seinen Anteil von knapp über 6 auf 7 Prozent und ist damit der einflussreichste Bayer-Aktionär. Blackrock gilt sogar als Strippenzieher hinter dem Deal. Der Investor ist hier immer noch mit 5,6 Prozent der drittgrößte Monsanto-Eigner.

BMW i8 Protonic Dark Silver Edition

BMW: 3,1 Prozent

Bei BMW kommt Blackrock auf Rang 3 mit seinem gut 3-prozentigen Anteil. Hier hat die Quandt-Familie nach wie vor den mit Abstand größten Einfluss: Stefan Quandt hält 17,6 Prozent der Anteile, Susanne Klatten 12,8 Prozent.

Nivea-Produkte von Beiersdorf

Beiersdorf: 2,7 Prozent

An Beiersdorf hat Blackrock zuletzt ein wenig das Interesse verloren. In den vergangenen Jahren reduzierten die Amerikaner ihren Anteil immer weiter, zuletzt hielten sie nur noch 2,7 Prozent.

Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main

Commerzbank: 5,0 Prozent

Bei der Commerzbank reicht es für den zweiten Platz – hinter dem Bund, der über die SoFFin immer noch 15,0 Prozent der Anteile hält. Den zweiten Platz teilt sich Blackrock mit The Capital Group Companies und der Deutschen Bank, die jeweils 5,0 Prozent halten. Von einer nationalen Fusion zwischen Commerzbank und Deutsche Bank hält der Vermögensverwalter übrigens gar nichts, er wirbt stattdessen für europäische Fusionen in der Bankenbranche.

Continental-Schriftzug in der Zentrale in Hannover

Continental: 3,1 Prozent

Bei Continental hat Blackrock mit einem Anteil von 3,1 Prozent nicht viel zu sagen. Hier hält die Familie Schaeffler 46,0 Prozent der Anteile. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise war das Familienunternehmen mit dem Versuch gescheitert, Conti komplett zu schlucken.

Mercedes-Benz SLR McLaren aus dem Jahr 2203 mit dem damaligen DaimlerChrysler Vorstandschef Jürgen Hubbert

Daimler: 5,2 Prozent

2011 hat Blackrock seinen Daimler-Anteil von unter drei auf über fünf Prozent erhöht. Blickt man auf die Kursentwicklung der Daimler-Aktie seither, war das ein exzellentes Geschäft. Seit dem Ausstieg von Abu Dhabi ist Blackrock bei dem Stuttgarter Autobauer mittlerweile zweitgrößter Einzelaktionär nach dem Emirat Kuwait (6,8 Prozent).

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main

Deutsche Bank: 5,9 Prozent

Mit seinem Engagement bei der Deutschen Bank hat Blackrock allerdings einen Griff ins Klo getan. Und das nicht nur mit Blick auf die Kursentwicklung. Zusammen mit Pimco und anderen Großinvestoren klagte Blackrock bereits 2014 gegen die Deutsche Bank, bei der Verwahrung von mit Immobilienkrediten besicherten Wertpapieren treuhänderische Pflichten verletzt zu haben. Sie fordern 2,6 Milliarden Dollar an Wiedergutmachung. Erst im Januar 2017 hatte ein Richter gegen einen Antrag der Deutschen Bank, die Klage abzuweisen, entschieden.

Gebäude der London Stock Exchange und der Deutsche Börse AG

Deutsche Börse: 7,3 Prozent

Mit 7,3 Prozent der Stimmrechte ist Blackrock größter Einzelaktionär der Deutschen Börse. Als solcher stand er voll hinter dem geplanten Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange, die allerdings platzte.

Lufthansa-Maschinen am Frankfurter  Flughafen

Deutsche Lufthansa: 7,2 Prozent

Bei der Deutschen Lufthansa hat Blackrock seinen Anteil zuletzt ausgebaut auf 7,2 Prozent und ist damit zum größten Aktionär aufgesteigen. Große Anteile hat auch die Société Générale mit 5,2 Prozent.

Verschiedene Fahrzeuge der deutschen Post

Deutsche Post: 7,0 Prozent

Auch vor ehemaligen Staatskonzern macht der weltgrößte Vermögensverwalter nicht Halt. An der Deutschen Post hält er 7,0 Prozent, größter Anteilseigner hier ist Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 24,9 Prozent.

Deutsche Telekom: 4,8 Prozent

Bei der Deutschen Telekom reicht es nur für Rang drei nach der Kreditanstalt für Wiederaufbau (14,5 Prozent) und dem Bund (17,5 Prozent).

Eon-Zentrale in Düsseldorf

Eon: 6,8 Prozent

Bei dem größten deutschen Versorger Eon ist Blackrock mit Abstand größter Einzelaktionär. Als die Eon-Kraftwerkstochter Uniper 2016 an die Börse ging, ließ sich Blackrock nicht lumpen und stieg auch hier ein. Heute ist Blackrock mit 1,4 Prozent der zweitgrößte Uniper-Aktionär nach Eon.

FMC Fresenius Medical Care, Patienten bei der Dialyse, im Vordergrund Dollarscheine

FMC: 5,8 Prozent

Nach dem Mutterkonzern Fresenius (30,7) ist Blackrock bei dem Dialysespezialisten FMC zweitgrößter Einzelaktionär.

Fresenius-Firmensitz in Bad Homburg

Fresenius: 4,96 Prozent

Nach der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung (26,4 Prozent) und Allianz Global Investors (4,98 Prozent) kommt Blackrock bei Fresenius auf Rang drei der größten Aktionäre. Mit dem Zukauf von 40 Kliniken stieg der Konzern mit seiner Tochter Helios jüngst zum größten privaten Krankenhausbetreiber Europas auf.

Verladen von Zementsäcken bei HeidelbergerCement

HeidelbergCement: 4,5 Prozent

HeidelbergCement ist ein Paradebeispiel für das geschickte Vorgehen von Blackrock. 2009, inmitten der Finanzkrise, stieg Blackrock bei HeidelbergCement im großen Stil ein, sicherte sich über sieben Prozent an dem Unternehmen. Im Zuge der Börsenhausse hat Blackrock einen Teil davon mittlerweile versilbert und ist mit 4,5 Prozent "nur" noch drittgrößter Aktionär.

Frau in weißem Kleid und Persil-Schriftzug vor dunkelblauem Hintergrund

Henkel: 1,6 Prozent

Bei dem Persil-Hersteller Henkel hält sich das Engagement des der weltgrößten Vermögensverwalters allerdings stark in Grenzen. Diese Zurückhaltung scheint mit Blick auf die Kursentwicklung nicht unbedingt gerechtfertigt.

Chipproduktion bei Infineon

Infineon: 5,1 Prozent

Bei Infineon hat Blackrock erst 2015 die meldepflichtige Schwelle von 5,0 Prozent überschritten. Nach Allianz Global Investors (5,7 Prozent) reicht das für Rang zwei auf der Liste der größten Aktionäre.

Linde Group-Logo an der Münchener Zentrale

Linde: 5,3 Prozent

Bei Linde ist Blackrock der größte Einzelaktionär. Als solcher dürfte er vor allem 2015 keine schöne Zeit gehabt haben. Doch jetzt scheint die Linde-Aktie den Weg zurück auf den Wachstumspfad gefunden zu haben.

Merck-Logo vor Unternehmensgebäude

Merck: 8,4 Prozent

Pharma-Konzerne liegen offenbar besonders stark im Fokus des weltgrößten Vermögensverwalters. Nicht nur bei Bayer, auch bei der Darmstädter Merck ist Blackrock der größte Einzelaktionär. Für den Wettbewerb unter den Unternehmen ist das natürlich ein potenzielles Problem. Blackrock dürfte kaum Interesse daran haben, dass Bayer Merck Kunden abwirbt und umgekehrt.

Münchener Rück: 6,8 Prozent

Der Aktie des weltgrößten Rückversicherers eilt ein Ruf als Dividendenperle voraus. Das weiß auch Blackrock zu schätzen. Der weltgrößte Vermögensverwalter hält mit 6,8 Prozent so viele Anteile wie sonst kein Einzelaktionär der Münchener Rück. Dabei äußerte sich Blackrock-Chef Larry Fink doch kritisch über Dividenden-Aktien, diese wären mittlerweile zu hoch bewertet.

Satellitenschüsseln der Fernsehanstalten SAT.1, Kabel 1 und ProSieben stehen auf einem Dach in Berlin

ProSiebenSat.1: 6,5 Prozent

Auch beim Fernsehsender ProSiebenSat.1 ist Blackrock mit 6,5 Prozent beteiligt und damit zweitgrößter Einzelaktionär nach The Capital Group. Auch hier locken hohe Ausschüttungen: Aktuell liegt die erwartete Dividendenrendite bei 5,9 Prozent.

Innogy-Zeppelin über dem RWE-Tower in Essen

RWE: 5,1 Prozent

Bei RWE ist Blackrock zweitgrößter Aktionär – und hat mittlerweile auch bei der Tochter Innogy seine Finger mit drin. Als RWE 2016 Innogy an die Börse brachte, konnte der Dax-Konzern bereits im Vorfeld Blackrock als Ankeraktionär gewinnen. Der weltgrößte Vermögensverwalter hatte ein bindendes Kaufangebot über 940 Millionen Euro abgegeben. Mit 4,6 Prozent der Anteile ist Blackrock nun größter Einzelaktionär bei Innogy nach RWE.

Zwei SAP-Schriftzüge bei Nacht

SAP: 4,9 Prozent

Nach den Gründern, die immer noch 21,0 Prozent der Anteile halten, und Hasso Plattner (7,1 Prozent) langt es bei dem Walldorfer Software-Konzern bei Blackrock nur für Rang vier.

Baustellenhelm mit Siemens-Schriftzug

Siemens: 5,8 Prozent

Bei dem Industriegiganten Siemens ist der schwarze Riese zweitgrößter Einzelaktionär. Die Familie Siemens hält nur unmerklich mehr (6,0 Prozent). Vor allem 2011 kaufte Blackrock mächtig zu – im Nachhinein ein recht günstiger Einstiegszeitpunkt.

Stahlproduktion

ThyssenKrupp: 3,1 Prozent

Bei ThyssenKrupp hat Blackrock seinen Anteil reduziert, ist mittlerweile bei 3,1 Prozent. Das langt für Rang drei – nach der Alfred-Krupp-Stiftung (23,0 Prozent) und Cevian Capital (15,1 Prozent).

Auspuff eines VW Passat vor dem Volkswagen Werk in Wolfsburg

Volkswagen VZ: 1,5 Prozent

Der VW-Konzern ist fest in der Hand der Porsche Automobilholding SE (52,2 Prozent), gefolgt vom Land Niedersachsen (20,0 Prozent) und der Qatar Holding (17,0 Prozent). Im Zuge des Dieselskandals hatte Blackrock mit anderen Investoren eine Sammelklage gegen die Wolfsburger eingereicht. Zusammen mit rund 160 Investoren fordern sie mehr als zwei Milliarden Euro Schadenersatz, weil VW die Kapitalmärkte zu spät informiert habe.

Vonovia-Logo vor der Unternehmenszentrale

Vonovia: 8,6 Prozent

Die feindliche Übernahme des Branchenzweiten Deutsche Wohnen durch Vonovia war spektakulär gescheitert. Das dürfte Blackrock besonders geärgert haben: Als größter Vonovia-Aktionär und mittlerweile größter Deutsche-Wohnen-Aktionär hatte er im Hintergrund die Strippen gezogen.

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