Blackrockgebäude

Zu groß, zu mächtig? Blackrock, der Finanzgigant

Stand: 17.07.2017, 11:57 Uhr

Abseits der Bankenbranche hat sich der US-Vermögensverwalter Blackrock Einfluss und viele Milliarden an Anleger-Geldern gesichert. Kritiker halten den Konzern für zu wenig kontrolliert oder sogar für gefährlich.

Blackrock ist überall, so scheint es. Kein Dax-Konzern, bei dem der US-Vermögensverwalter nicht wenigstens mit einer kleinen Beteiligung an Bord ist. Bei der Deutschen Bank und der Deutschen Börse ist das Unternehmen schon lange mit großen Anteilen dabei. Auch in der Chemiebranche mischt Blackrock gut mit, zum Beispiel bei BASF, und in der Pharmabranche, bei Merck und Bayer. Auch beim Immobilienkonzern Vonovia, hat sich Blackrock Stücke gesichert.

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Blackrock - der heimliche Herrscher im Dax Großeigentümer der Deutschland AG

Schweinsteiger, Neuer, Müller und Kroos (v.l.) in EM-Trikots von Adidas

Adidas: 6,3 Prozent

Der Sportartikelkonzern war sowohl 2015 als auch im EM-Jahr 2016 der größte Dax-Gewinner. Den gewaltigen Börsenanstieg hat der Investor Blackrock zwar vermehrt zu Gewinnmitnahmen genutzt, er kommt aber immer noch auf gut sechs Prozent Anteil.

Sammelstelle für Staats- und Pensionsfonds

Vor einigen Jahren hat der Finanzriese, der erst seit 1988 besteht und seit 1994 eigenständig ist, die Allianz als die weltweite Nummer 1 in der Vermögensverwaltung abgelöst. Mit 5,4 Billionen Dollar gibt Blackrock seine "Assets under Management" an, also das verwaltete Vermögen geschätzt, eine Zahl mit 13 Ziffern.

Blackrock: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
365,58
Differenz relativ
+0,25%

Als Kapitalsammelstelle ist Blackrock erste Adresse für große Pensionskassen oder Staatsfonds oder Vermögensverwalter. Aber auch kleine und mittelgroße Investoren sind millionenfach Kunden bei dem Unternehmen, das in New York - ein wenig abseits der Bankentürme - seinen Sitz hat. Über seine Index-Fonds-Sparte iShares verwaltet Blackrock Vermögen von mehr als einer Billion Dollar und ist damit weltweit ungefährdeter Marktführer bei ETFs.

Stiller Investor, wie lange noch?

Die schiere Größe ist ein Ansatzpunkt der Kritiker. Ein Vermögensverwalter, der an so vielen Unternehmen weltweit beteiligt ist, kann seine Macht theoretisch auch gegen diese einsetzen. Blackrock versteht sich zwar selbst als eher "stiller" Investor, der Positionen lange hält, aber diese Maxime ist nicht in Stein gemeißelt.

Im ETF-Markt könnte die Größe und Marktmacht von Blackrock Verwerfungen an den Finanzmärkten verstärken. Dieser Ansicht ist zumindest Carl Icahn, der sich mit Blackrock-Chef Larry Fink 2015 ein aufsehenerregendes Duell lieferte. Beim Anleihe-Crash im Frühjahr, so die These von Icahn, habe Blackrock durch Verkäufe in seinen Renten-ETFs die Kursbewegung der "Basiswerte" verstärkt.

Einfluss bei Notenbanken und Regierungen

Auch die Einflusssphäre, in der sich Fink und Blackrock bewegen, wird von Experten kritisch gesehen. Blackrock hatte während der Finanzkrise ab 2008 Regierungen und Notenbanken beraten und Bankenbilanzen in deren Auftrag geprüft. Herrschaftswissen par excellence konnte sich das Unternehmen damit aneignen.

Nicht zuletzt wird die angeblich mangelnde Kontrolle durch die Regulierer angemahnt. Anders als internationale Großbanken werden globale Vermögensverwalter wie Blackrock nicht als "systemrelevant" eingestuft. Dabei kontrollieren sie 40 Prozent aller Vermögenswerte im globalen Finanzsystem.

Eine Änderung dieser Einstufung hat Blackrock nach Ansicht der Buchautorin Heike Buchter (Blackrock - eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld) durch den Einsatz von Lobbyisten vereitelt.

FSB knöpft sich Vermögensverwalter vor

Gleichwohl bleiben die Finanzaufseher dran. Der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrats FSB und Gouverneur der Bank von England, Mark Carney, hat die Vermögensverwalter als Risikoquelle ausgemacht. Die Empfehlungen der verschiedenen Gremien müssen diesbezüglich jetzt noch in greifbare Vorschriften umgemünzt werden.

Anlässlich des G20-Gipfels warnte Carney vor Reformmüdigkeit, die zehn Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise einkehren könnte. Der FSB hat die Branche analysiert und Schwachstellen ausgemacht. Jetzt könne er seine Anstrengungen wiederaufnehmen, Unternehmen zu identifizieren, bei denen Notlagen oder ein ungeordneter Zusammenbruch ein systemisches Risiko darstellen könnten.

AB/bs

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Blackrock - der heimliche Herrscher im Dax Großeigentümer der Deutschland AG

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Adidas: 6,3 Prozent

Der Sportartikelkonzern war sowohl 2015 als auch im EM-Jahr 2016 der größte Dax-Gewinner. Den gewaltigen Börsenanstieg hat der Investor Blackrock zwar vermehrt zu Gewinnmitnahmen genutzt, er kommt aber immer noch auf gut sechs Prozent Anteil.

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