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Mann betrachtet verärgert sein Handy vor Blackberry Logo

Grund zum Feiern?

Blackberry baut keine Blackberrys mehr

Stand: 28.09.2016, 14:34 Uhr

Miese Zahlen aus dem abgelaufenen Quartal und dann auch noch das: Der einstige Smartphone-Pionier verabschiedet sich komplett von der Produktion eigener Geräte. Für Anleger offenbar ein Grund zur Freude.

Im vorbörslichen US-Handel legten die Blackberry-Titel beinahe ruckartig um mehr als sechs Prozent zu. Kurz zuvor hatte das kanadische Unternehmen eigentlich gleich mehrere Hiobsbotschaften verkündet.

Erst einmal eine miese Quartalsbilanz: Im abgelaufenen Dreimonatszeitraum hat das Unternehmen mehr Verlust als Umsatz gemacht. Unter dem Strich steht ein Fehlbetrag von 372 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 51 Millionen Dollar in den Büchern stand. Der Umsatz ging von 490 auf 334 Millionen Dollar zurück. Beide Werte waren schlechter als von Analysten erwartet.

Branding über Partner

Dazu noch die Nachricht, dass Blackberry keine Smartphones mehr selbst entwickeln will. Was auf den ersten Blick wie das endgültige Endes des Unternehmens aussieht, könnte aber in Wirklichkeit ein neuer Anfang sein - so sehen es zumindest viele Anleger. Blackberry will nämlch die eigene Marke weiter betreiben und damit auch weiter Endgeräte "branden". Die allerdings sollen von Kooperationspartnern entwickelt und hergestellt werden. Solche eine Kooperation ist das Unternehmen bereits mit der indonesischen BB Merah Putih eingegangen.

Sichere Android-Version als Vision

Blackberry-CEO John Chen

Blackberry-CEO John Chen. | Bildquelle: Unternehmen

Dass er aus dem Hardware-Geschäft aussteigen wolle, hatte Blackberry-Chef John Chen bereits seit längerem angekündigt. Blackberry will aber, und hier sehen sowohl Anleger als auch Analysten Potenzial für das Unternehmen, im Bereich Software und Dienstleistungen für Unternehmen weiterarbeiten. So gibt es im Unternehmen Pläne, eine eigene sicherheitsoptimierte Version des Betriebssytems Android zu entwickeln. Diese wiederum soll dann an Unternehmen lizenziert werden.

Die Strategie, sich auf Software-Anwendungen zu fokussieren, werde es einerseits erlauben, die Investitionen deutlich zurückzufahren und andererseits die Renditechancen erhöhen, so Chen am Mittwoch zur Erläuterung. Die Strategie könnte tatsächlich deutlich erfolgversprechender sein als das "alte" Geschäft mit den Blackberry-Geräten. Hier ist das Unternehmen längst gegenüber den großen Herstellern wie Apple, Samung und den chinesischen Herausforderern wie Lenovo und Huawei ins Hintertreffen geraten. Der Marktanteil hat sich zuletzt auf 0,1 Prozent verflüchtigt.

Aktie in der Seitwärtsschleife

Blackberry: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
8,47
Differenz relativ
-0,35%

Die Blackberry-Aktie könnte neue Wachstumsfantasie gut gebrauchen. Der Titel pendelt seit Jahresbeginn eher richtungslos zwischen sechs und sieben Euro im Frankfurter Handel hin und her. Hält der neue Kursschwung noch eine Weile an, könnte sich der Titel womöglich aus der Seitwärtsbewegung endlich befreien.

AB

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