Seitenueberschrift

Rohstoffe

Fracking in Pennsylvania

Ölpreis-Sorgen

BHP muss viele Milliarden abschreiben

Stand: 15.01.2016, 10:47 Uhr

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton leidet heftig unter den eingebrochenen Ölpreisen. Eine neue Entscheidung wird richtig teuer.

Der australisch-britische Bergbaukonzern nimmt eine Abschreibung von 7,2 Milliarden auf seine Aktivitäten zur Gewinnung von Schieferöl und -gas in den USA ab. Nach Steuern wirkt sich die Maßnahme mit einem Minus von 4,9 Milliarden Dollar aus. Im Jahr 2011 war BHP mit Investitionen von mehr als 20 Milliarden Dollar in den US-Markt für Schieferöl und Gas eingestiegen.

Fracking ist zu teuer

Grund für die "enttäuschende Wertminderung" sei der dramatische Einbruch bei den Ölpreisen, erklärte Konzernchef Andrew Mackenzie. Die Gewinnung von Öl und Gas mit Hilfe von Fracking gilt als deutlich teurer als die konventionelle Förderung, wie sie beispielsweise überwiegend im Nahen Osten betrieben wird. Fracking lohnt sich daher bei den derzeit niedrigen Rohölpreisen nicht.

Öl (WTI): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
44,93
Differenz absolut
0,44
Differenz relativ
+0,99%
Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum Intraday
Kurs
46,37
Differenz absolut
0,52
Differenz relativ
+1,14%

Weniger Potenzial

Auch von Analystenseite gibt es Druck für die Aktie. So senkte die japanische Bank Nomura ihr Kursziel von 1.200 auf 950 Pence und bestätigte dennoch ihre Kaufempfehlung. Die Analysten von S&P Capital IQ gehen sogar noch weiter und reduzieren den von ihnen angenommen fairen Wert von 900 auf 700 Pence.

Die BHP-Aktie verlor an der Börse in London zeitweise mehr als sechs Prozent auf nur 614 Pence. Somit sind die gesenkten Kursziele der Analysten fast schon gute Nachrichten. Denn sie liegen deutlich über den derzeitigen Börsenkursen der BHP-Aktie.

ME

1/9

Ölpreis: Pro und Contra

Wie geht es weiter?

Schweine im Stall

Pro: Zurückgehende Investitionen

Versetzen wir uns mal in einen Öl-Manager - wenn Sie auf Ihre durch den Preisverfall stark gesunkenen Einnahmen schauen und an mögliche Ausgaben denken würden, wie würden Sie da wohl handeln? Genau, Sie würden vermutlich ihr Geld zusammenhalten und nur die allernötigsten Investitionen vornehmen. Investitionen in eine große Zahl neuer Vorkommen gehören sicherlich nicht dazu. Das mindert längerfristig die Chancen und sorgt für ein zunehmendes Ölangebot - der klassische Schweinezyklus setzt sich mal wieder in Bewegung.

Darstellung: