Leuchtmittel

Gelb-rot leuchtender Osram-Schriftzug

Zweiter Korb für die Chinesen? Bremst Berlin den Osram-Teilverkauf?

Stand: 27.10.2016, 15:45 Uhr

Nach dem geplatzten Aixtron-Deal könnte auch die Übernahme der Osram-Lampensparte durch chinesische Investoren scheitern. Laut einem Medienbericht wird die Bundesregierung intervenieren.

Der Leuchtmittel-Konzern bleibt möglicherweise vorerst doch auf seinen Glühbirnen, Halogenstrahler und LED-Lampen sitzen. Wie die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag unter Berufung auf Finanzkreise meldete, ist der Verkauf der Lampensparte Ledvance für 400 Millionen Euro an ein chinesisches Konsortium vorerst auf Eis gelegt. Das Bundeswirtschaftsministerium habe den Antrag der chinesischen Bieter auf eine Unbedenklichkeitsbescheinigung abgelehnt, schreibt das Blatt. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht.

Wirtschaftsministerium macht vertiefte Prüfung

Berlin wird laut der "Wirtschaftswoche" den Osram-Deal nun einer vertieften Prüfung unterziehen, was in der Regel Monate dauert. Ursprünglich sollte die Transaktion 2017 abgeschlossen werden.

Die Presse-Spekulationen dämpften die Übernahmefantasie um Osram. Die Aktien des Leuchtmittelspezialisten rutschen um über drei Prozent ab und zieren das MDax-Ende. Seit Jahresbeginn ist der Kurs von Osram um rund ein Drittel nach oben gesprungen.

Was wird jetzt aus den Osram-Lampen?

Osram hatte vor drei Monaten die Trennung von der traditionellen Lampensparte beschlossen. Sie soll für 400 Millionen Euro an ein chinesisches Konsortium mit dem LED-Spezialisten MLS sowie den Finanzinvestoren IDG und Yiwu gehen.

Künftig konzentriert sich das MDax-Unternehmen auf LED-Chips und Spezialbeleuchtung. Mit Leuchtdioden fürs Auto und Großanlagen für Museen oder Fußballstadien lasse sich deutlich mehr Rendite erwirtschaften, sagen Experten. Zudem schrumpft der weltweite Markt für Glühbirnen und einfache Leuchtmittel immer schneller. Energiesparlampen werden zunehmend weniger nachfragt. Und Halogenlampen will die EU ab 2018 verbieten. Glühbirnen sind europaweit schon längst verbannt.

Ende September gab es Gerüchte, dass Osram komplet an die Chinesen verkauft werden könnte. Osram passe gut in die Strategie der chinesischen Führung, in etlichen Branchen die industrielle Führerschaft zu übernehmen.

Geheimdienst stoppt den Aixtron-Deal

Anfang der Woche platzte die Übernahme von Aixtron durch den chinesischen Investor Liu Zhendong. Der amerikanische Geheimdienst intervenierte angeblich direkt beim Kanzleramt. Washington fürchtet, Peking könnte die Chips, die mit Aixtron-Maschinen produziert worden seien, in seinem Nuklearprogramm einsetzen.

nb

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