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Alles wird gut?
Beherrscht Bechtle die Bügelkunst?
Der IT-Dienstleister und TecDax-Konzern Bechtle hat seine Jahresprognose gestrichen. Doch diese unschöne Falte in seiner Bilanz als Konzernchef will Bechtle-Chef Thomas Olemotz schon 2013 wieder ausbügeln.
"Wir dürften 2013 auch beim Ertrag wieder wachsen", sagte Vorstandschef Thomas Olemotz am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Die jüngste Dynamik beim Mitarbeiteraufbau, der Bechtle unter Ergebnisdruck bringt, werde sich im kommenden Jahr nicht fortsetzen.
Die hohe Personaldecke ist einer der Hauptgründe, weshalb Bechtle im dritten Quartal einen Ergebniseinbruch hinnehmen musste. Bechtle hatte massiv mit Systemhäusern expandiert und seine Mitarbeiterzahl im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 612 Mitarbeiter gesteigert.
Herber Gewinneinbruch
Zusammen mit einem schrumpfenden Auslandsgeschäft führte dies zu einem Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 15,5 Prozent auf 18,7 Millionen Euro. Unterm Strich brach das den Bechtle-Aktionären zustehende Ergebnis nach Steuern um 16,9 Prozent auf 13,2 Millionen Euro ein.
Das Unternehmen hatte bereits am 23. Oktober Eckdaten für das Quartal vorgelegt. "Der endgültige Quartalsbericht enthält keine Überraschungen", sagte Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank.
Gute Vorbereitung?
Auch die Streichung der Jahresprognose trifft den Markt nicht unvorbereitet. Bereits im Sommer hatte Bechtle-Chef Olemotz wegen der sich verschärfenden Krise in Europa ein kleines Fragezeichen hinter das Ziel eines Gewinnanstiegs gesetzt.
Seit Dienstag früh haben Anleger nun Gewissheit: Beim Ergebnis vor Steuern sei der Rekordwert aus dem Jahr 2011 nicht mehr zu erreichen, teilte das Unternehmen in Neckarsulm mit.
Aktie im Abwärtstrend
Da sich das Drama schon im Vorfeld angekündigt hatte, fällt die Börsenreaktion auf die Streichung der Jahresprognose vergleichsweise milde aus: Die Bechtle-Aktie verliert in einem schwachen Marktumfeld bis zum Nachmittag rund 0,9 Prozent.
Doch der Blick auf den Jahreschart stimmt pessimistisch, was die weiteren Aussichten der Aktie anbelangt. Die Markierung eines neuen Neun-Monats-Tiefs bei 26,89 Euro dürfte noch nicht das Ende des jüngsten Kursverfalls bedeuten. Der Abwärtstrend seit Mai ist nach wie vor intakt.
Stand: 13.11.2012, 14:59 Uhr