Seitenueberschrift

Telekommunikation

T-Mobile-Shop in New York

Neue Spekulationen

Wird T-Mobile US erst in einem Jahr verkauft?

Bei der Hängepartie um die US-Tochter der Deutschen Telekom bahnt sich eine neue Kehrtwende an. Die Bonner sehen offenbar keine Perspektiven mit Iliad und wollen T-Mobile US noch mindestens bis Ende 2015 behalten.

Der Konzern sei mit der Offerte von Iliad unzufrieden und glaube nicht daran, dass sie wesentlich aufgestockt werde, sagten Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Franzosen bieten 33 Dollar je Aktie für die Übernahme von 56,6 Prozent Anteilen an T-Mobile US. Die Bonner erhoffen sich dagegen vom Verkauf ihrer US-Tochter mindestens 40 Dollar je Aktie und wollen einen höheren Anteil loswerden.

Zudem bezweifle die Telekom, dass Iliad wie angekündigt zwei Milliarden Dollar einsparen könne. Schließlich hätte der französische Mobilfunkanbieter keinerlei Erfahrung in den USA.

Nicht der beste Zeitpunkt für ein Bieter-Rennen

Deutsche Telekom: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.00
Differenz absolut
0.09
Differenz relativ
+0.76%

In der Bonner Konzernzentrale freundet man sich daher immer mehr mit dem Gedanken an, T-Mobile US länger zu behalten. Es sei nicht der beste Zeitpunkt, neben Iliad jetzt weitere Bieter anzulocken, meinten die Insider gegenüber Reuters. Denn Ende 2015 werden in den USA wichtige Funkfrequenzen versteigert. Vor diesem Zeitpunkt dürften beteiligte Unternehmen nicht in eine Übernahmeschlacht ziehen. Nach der Versteigerung der Funkfrequenzen könnte es wieder mehr Interessenten geben, mutmaßen die Telekom-Insider.

Andererseits steht die Telekom vor einem Dilemma: Sollte sie nicht schnell aus dem US-Markt aussteigen, stehen hohe Investitionen an. Experten zufolge dürften neue Frequenzen im nächsten Jahr zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar kosten. Hinzu kommen weitere Milliarden für den Netzausbau.

T-Mobile-US-Aktien unter Druck

T-Mobile US: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
22.61
Differenz absolut
0.04
Differenz relativ
+0.20%

Die Spekulationen über ein Festhalten der Telekom an der US-Tochter drückten am Freitag den Kurs von T-Mobile US. Die Titel, die in der Spitze drei Prozent zugelegt hatten, verringerten ihre Kursgewinne kurz vor Handelsschluss auf ein Prozent.

T-Mobile US ist der viertgrößte Mobilfunker in den USA hinter Verizon, AT&T und Sprint. Das Unternehmen lockt derzeit so viele Kunden an wie nie. Im zweiten Quartal entschieden sich 1,5 Millionen Handynutzer für T-Mobile US. Das US-Geschäft steuert inzwischen rund ein Drittel zum Konzernumsatz und ein Drittel zum Konzerngewinn der Telekom bei.

nb

Darstellung: