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Pharma

Bayer-Chef Werner Baumann

Neuer Chef übernimmt schon im Mai

Bayer wechselt schneller durch

Stand: 24.02.2016, 13:12 Uhr

Dass der ehemalige Finanz- und derzeitige Strategie-Chef Werner Baumann die Spitze des Chemie- und Pharmariesen übernehmen würde, galt als ausgemachte Sache. Der frühe Zeitpunkt überrascht aber doch ein wenig.

Schon zum 1. Mai soll Werner Baumann die Nachfolge von Marijn Dekkers übernehmen. In mehreren Medienberichten hatte es zwar in den vergangenen Tagen geheißen, die Nachfolge werde "im Umfeld der Bilanzpresse-Konferenz" verkündet werden, die am morgigen Donnerstag stattfindet. Doch hatte zum Beispiel das "Manager Magazin" vor einer Woche noch berichtet, die Ablösung solle zu Beginn des nächsten Jahres erfolgen.

Vertrag vorzeitig gelöst

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Das geht nun deutlich schneller. Bayer selbst sprach in seiner Pflichtmitteilung davon, dass für Bayer als reines Life-Science-Unternehmen nun "eine neue Ära" beginne. "Deswegen ist dies nun auch aus Sicht des Aufsichtsrats der richtige Zeitpunkt, die Verantwortung für die Unternehmensführung weiterzugeben." Der Vertrag mit dem langjährigen Vorstandschef Marijn Dekkers lief ursprünglich bis Jahresende, ist nun aber vorzeitig gelöst worden und endet mit der Hauptversammlung am 30. April.

Der Wechsel an der Spitze war bereits seit langem vorbereitet worden. Der 53-jährige Baumann hatte bei Bayer bereits als Finanzchef und zuletzt als Vorstand für die Bereiche Strategie und Portfolio-Management eine wichtige Rolle gespielt. Beide Zuständigkeiten soll der Manager auch künftig behalten. Der Bayer-Vorstand wird damit nach dem Weggang von Dekkers von acht auf sieben Mitglieder verkleinert.

Unternehmen stellt sich neu auf

Bayer hatte sich mit der Ausgliederung der Kunststoff-Sparte in der Tochter Covestro als reines Life-Science-Unternehmen mit den Schwerpunkten Gesundheit und Agrar aufgestellt. Im Gesundheitsbereich schaut der Konzern auf Übernahme-Chancen. Zuletzt war der Bereich für rezeptfreie Medikamente vom US-Konzern Merck übernommen worden.

Am morgigen Donnerstag steht die Präsentation der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 an. Analysten gehen davon aus, dass Bayer gute oder sehr gute Ergebnisse präsentieren wird. Für 2015 gehen die Experten im Schnitt mit einem Umsatzplus von zwölf Prozent auf 46,23 Milliarden Euro aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten dürfte um rund 20 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro geklettert sein. Den Aktionären winkt eine auf 2,50 (Vorjahr: 2,25) Euro je Aktie erhöhte Dividende. Den Dividendenvorschlag bestätigte das Unternehmen am Mittwochnachmittag.

Die Bayer-Aktie reagierte am Mittwochvormittag nicht auffällig auf die Meldung über den schnellen Führungswechsel. Der Titel verliert derzeit wie der Gesamtmarkt rund zwei Prozent.

AB

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