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Studienerfolg für Blockbuster Xarelto Bayer darf auf Milliarden hoffen

Stand: 28.08.2017, 08:27 Uhr

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat einen weiteren Studienerfolg mit seinem Kassenschlager Xarelto erreicht. Der Blutverdünner soll das Risiko von Schlaganfällen und Infarkten senken. Da werden noch mehr Milliarden fließen.

Xarelto spült Bayer bereits 3 Milliarden Euro jährlich in die Kassen. Aber es könnten weitere Milliarden dazu kommen. In einer großangelegten klinischen Studie konnte das Risiko von Schlaganfällen und Infarkten bei chronisch herz- und gefäßkranken Patienten deutlich gesenkt werden.

Es ist die größte Studie, die Bayer je gemacht hat. Gut 27.000 Patienten nahmen daran in mehr als 60 Ländern teil. Sie untersuchte den Einsatz von Xarelto zur Prävention schwerer kardiovaskulärer Ereignisse wie Schlaganfälle oder Infarkte bei bestimmten chronischen Herz- bzw. Gefäßkrankheiten. 2013 initiiert, war sie ein Jahr früher als geplant beendet worden, da sich Xarelto erfolgreich zeigte. Xarelto ist bereits für sieben Krankheitsbilder und in 130 Ländern zugelassen.

Bayer arbeitet nun an den nötigen Genehmigungen für die Markteinführung. "Wir streben an, den Zulassungsantrag noch in diesem Jahr zu stellen", sagte Frank Misselwitz, Leiter der Entwicklung von Herzkreislauf-Medikamenten bei Bayer.

Der Umsatzrenner

Xarelto ist das umsatzstärkste Medikament von Bayer. In dem neuen Anwendungsbereich dürften nach Schätzungen der Credit Suisse potenzielle Mehreinnahmen von jährlich 1,5 Milliarden US-Dollar allein für die USA hinzukommen. Die Analysten der US-Großbank JPMorgan sehen ein zusätzliches Umsatzpotenzial von 0,7 bis 3,5 Milliarden Euro. Der Konzern selbst traut dem Blutgerinner einen Spitzenumsatz von mehr als 5 Milliarden Euro im Jahr zu.

Der neue Anwendungsbereich umfasst eine immer größer werdende, wichtige Patientenpopulation. Denn mit der zunehmenden Alterung in der Gesellschaft steigt auch die Zahl von Herz-Kreislauferkrankungen. Gleichzeitig drohen Bayer ab 2024 aber auch Einbußen, wenn das US-Patent ausläuft. Bislang gibt es in der Entwicklungspipeline der Leverkusener noch keinen starken Nachfolger für das Mittel.

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An der Börse kommt der weitere Studienerfolg gut an. Die Aktien des Chemie und Pharmakonzerns Bayer profitierten schon vorbörslich, legen rund zweieinhalb Prozent zu.

Bayer entwickelt Xarelto zusammen mit dem US-Partner Janssen Research, einer Tochter des US-Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson. Bayer besitzt die Vermarktungsrechte außerhalb den USA.

Das Mittel ist nicht unumstritten. Xarelto wird für Blutungen bis hin zu Todesfällen verantwortlich gemacht. Gegen Bayer sind deshalb zahlreiche Klagen in den USA anhängig, die dem Medikament die Schädigung der Gesundheit vorwerfen. Bayer hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Ein erstes Urteil im Mai fiel zu Gunsten von Bayer und seinem Partner Janssen aus.

bs

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