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Milliardenzukauf im Kunststoffgeschäft BASF schlägt zu

Stand: 19.09.2017, 08:58 Uhr

In der Chemieindustrie werden derzeit Mega-Deals gestemmt. Nur BASF war da zurückhaltend. Jetzt verstärken sich die Ludwigshafener mit einem Milliardenzukauf im Kunststoffgeschäft. Zwar kein Mega-Deal, aber immerhin.

BASF will sich das globale Polyamid-Geschäft des belgischen Konkurrenten Solvay einverleiben und dafür 1,6 Milliarden Euro zahlen. Bei dem Kaufpreis sind keine Barmittel oder Fremdkapital berücksichtigt.

Die Ludwigshafener wollen mit dem Zukauf ihr Geschäft mit technischen Kunststoffen für die Industrie ausbauen und ein stärkerer Anbieter für die Transport-, Bau- und Konsumgüterindustrie sowie für weitere industrielle Anwendungen werden. Zudem will der Chemiekonzern seinen Zugang zu den Wachstumsmärkten in Asien und Südamerika ausbauen.

Die Polyamidsparte von Solvay erlöste im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Euro, verdiente ein operatives Ergebnis (Ebitda) von rund 200 Millionen Euro und beschäftigte weltweit 3.400 Mitarbeiter. Durch den Kauf übernimmt BASF zwölf Produktions- sowie vier Forschungs- und Entwicklungsstandorte.

Ein bindender Kaufvertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben. Zuvor muss Solvay noch mit den relevanten Sozialpartnern sprechen. Auch die Wettbewerbsbehörden müssen noch grünes Licht geben. Ebenso ein Joint-Venture-Partner, der aber schon seine Zustimmung signalisiert hat. Geplant ist, den Deal im dritten Quartal 2018 abzuschließen.

Übernahmewelle

Es ist die erste größere Übernahme von BASF seit dem Kauf der Frankfurter Chemetall Mitte 2016 für rund 3,2 Milliarden Dollar. In der Branche werden derzeit gewaltige Übernahmen und Fusionen gestemmt. Chemchina hat Syngenta übernommen für 47 Milliarden Dollar. In den USA schließen sich die Chemieriesen Dow Chemical und Dupont zusammen. Und Bayer ist auf der Zielgeraden, Monsanto für mehr als 60 Milliarden Dollar zu übernehmen.

bs

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Gigantische Zusammenschlüsse

Es ist vor allem ein deutsches Phänomen: Das Volumen von Firmenzusammenschlüssen mit deutscher Beteiligung stieg 2016 um 87 Prozent auf 208 Milliarden Dollar. Insgesamt
zählte der Datenanbieter Thomson Reuters 2.226 Übernahmen, in die deutsche Unternehmen involviert waren. Weltweit ging das Transaktionsvolumen dagegen um 16 Prozent zurück.

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