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Heißer Kandidat für Bayers Saatgutgeschäft Kauft BASF das Saatgutgeschäft von Bayer?

Stand: 14.09.2017, 09:24 Uhr

Bayer wird durch die Fusion mit Monsanto zu groß, was den Wettbewerbsbehörden aufstößt. Sie fordern, dass Bayer einen Teil seines Saatgutgeschäftes verkauft. Seit Wochen wird spekuliert, wer der Käufer sein könnte. BASF?

Aus mit der Angelegenheit vertrauten Personen hat die Nachrichtenagentur Bloomberg erfahren, dass BASF ein aussichtsreicher Kandidat für einen Kauf des Bayer-Saatgutgeschäfts ist. Bei einer entsprechenden Auktion für ein Paket sei BASF einen Schritt vorangekommen. Daneben seien aber auch DowDupont und Sygenta weiter interessiert. Bayer, BASF und Syngenta wollten dazu keinen Kommentar geben.

Will BASF wirklich den Strategiewechsel?

Schon länger wird darüber spekuliert, ob BASF seine Agrarchemiesparte durch den Aufbau eines eigenen Saatgutgeschäfts stärken will mit einem Teil des Bayer-Geschäfts. Oliver Schwarz, Analyst bei der Privatbank M.M. Warburg, hält das für unwahrscheinlich. BASF habe sich bislang vom Saatgut ferngehalten und müsste zum Einstieg sowohl eine Forschung als auch einen globalen Vertrieb aufbauen, was sich die kostenbewussten Ludwigshafener genau überlegen dürften.

Für BASF wäre es ein Strategiewechselm und eine Diversifizierung des Geschäftsmodells abseits vom Kerngeschäft mit Chemikalien.

Klein-BASF gegen drei Übermächtige

Was allerdings für ein mögliches Interesse BASF sprechen könnte: In der Pflanzenschutz- und Saatgutbranche strebt es alle anderen nach immer mehr Größe. Chemchina hat Syngenta übernommen. In den USA schließen sich die Chemieriesen Dow Chemical und Dupont zusammen. Und wie erwähnt: Bayer ist auf der Zielgeraden zur Übernahme von Monsanto. Es bleiben also am Ende drei fusionierte Großkonzerne - und BASF.

Gut möglich, dass BASF sich angesichts dieser Übermacht doch stärken will in dem Sektor. Und dass sich da ein paar Chancen auftun, wenn die fusionierenden Konzerne noch den ein oder anderen Teil abstoßen werden - wegen der drängenden Zeit vielleicht sogar zu einem günstigen Preis.

Das Paket wird größer

Um schneller grünes Licht von den zuständigen Behörden zu erhalten, plane Bayer Insidern zufolge den Verkauf weiterer Sparten. Das Paket der zum Verkauf stehenden Saaten wurde vergrößert, hieß es im Bericht. Teil der Auktion sind demnach die Saaten für Raps, Baumwolle und Sojabohnen und die Pflanzenschutzmittel-Sparte Liberty.

Die Monsanto-Übernahme steht noch vor einer Reihe von Hürden. Zuletzt hatte die EU-Kommission im August eine vertiefte Prüfung angekündigt. Neben der Prüfung in den USA gilt die in Brüssel als die größte Hürde für das Milliardengeschäft. Jedoch haben auch zahlreiche andere Kartellbehörden ein Wort mitzureden.

bs

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