Seitenueberschrift

Chemie

Kurt Bock, Basf

Übernahmespekulationen

BASF: Kommt da ein Gegenangebot?

Stand: 07.03.2016, 09:32 Uhr

Ganz kampflos will BASF seinen Platz als weltgrößter Chemiekonzern offenbar doch nicht räumen. Spekulationen zufolge will der Konzern die Fusion der Rivalen Dow Chemical und DuPont durchkreuzen.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge denkt BASF über ein Gegenangebot für DuPont nach. Die Ludwigshafener arbeiteten mit Beratern und Banken zusammen, um die Optionen und den möglichen Wert eines Gegenangebotes zu prüfen, hieß es in dem Bloomberg-Bericht. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden. Auch habe es bisher keine formale Annäherung an DuPont gegeben. Eine Sprecherin des Dax-Konzerns wollte die Spekulationen nicht kommentieren.

Es wäre die bisher größte Übernahme des mehr als 150 Jahre alten deutschen Traditionsunternehmens. Bisher hatte BASF vor allem auf ergänzende Akquisitionen gesetzt und dabei maximal Beträge im einstelligen Milliadenbereich ausgegeben. Zuletzt war der Konzern mit der Übernahme von Cognis für rund drei Milliarden Euro aktiv - allerdings noch unter der Verantwortung des langjährigen Vorstandschefs Jürgen Hambrecht, der inzwischen den Aufsichtsrat leitet.

Angebot unwahrscheinlich

Sein seit 2011 amtierender Nachfolger Kurt Bock steht wegen der zuletzt schwachen operativen Entwicklung des Konzerns unter Druck. Investoren bemängeln, dass BASF zu stark von der Entwicklung des Ölpreises sowie von China abhängig ist. Deshalb sei auch die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um rund ein Viertel eingebrochen und damit deutlich stärker als der Dax. Analysten sehen in dem Ausbau des Geschäfts mit Produkten für die Agrarwirtschaft einen möglichen Ausweg. Gerade hier hätte DuPont viele Bereiche, in denen BASF bisher kaum oder nur sehr wenig präsent ist.

Dass der Ludwigshafener Konzern nun ein Gegenangebot für DuPont vorlegen könnte, halten Analysten und Kenner des Unternehmens aber für unwahrscheinlich. Für Bernstein-Analyst Jeremy Redenius ist BASF zu spät dran und dürfte es jetzt schwer haben, eine attraktive Offerte auf die Beine zu stellen, die mit den Vorteilen eines Zusammenschlusses zwischen Dow Chemical und DuPont konkurrieren könnte. Auch intern geht das Management offembar davon aus, dass der Deal zwischen Dow und DuPont "gelaufen" ist.

Syngenta war zu teuer

Um das Agrargeschäft auszubauen, hatte BASF-Chef Bock eine Offerte für den Schweizer Konzern Syngenta erwogen. Weil der es an der Börse allerdings auf einen Wert von 35 Milliarden Euro bringt hatte er diesen Plan wieder verworfen. Weil Monsanto ein Auge auf die Schweizer geworfen hatte, war der Kurs berets kräftig gestiegen.

Mit dem geplanten Zusammenschluss von Dow Chemical und DuPont gerät Bock nun erneut unter Zugzwang. Eine mögliche Gegenofferte für DuPont kommt bei den Anlegern nicht gut an. Die BASF-Aktie ist am Vormittag der schwächste Wert im Dax mit einem Abschlag von zeitweise fast zwei Prozent.

lg/dpa-afx

Darstellung: