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Chemie

BASF-Stammwerk in Ludwigshafen

Ergebnisrückgang und trüber Ausblick

BASF als Ölpreis-Opfer

Stand: 27.01.2016, 09:03 Uhr

Der Chemie-Gigant bekommt Schlagseite durch die niedrigen Öl- und Gaspreise. Laut vorläufigen Zahlen wird das operative Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres deutlich niedriger ausfallen als gedacht. Die Aktie verliert.

Im frühen Xetra-Geschäft ist das Dax-Schwergewicht mit einem Minus von 4,6 Prozent der größte Indexverlierer. Der Titel hat damit seit Jahresbeginn bereits über 15 Prozent an Wert verloren.

Der Kursverlust bei BASF verlief beinahe im Gleichklang mit dem weiteren Preisrutsch bei den Öl- und Gaspreisen. Der Chemiekonzern ist über seine Tochter Wintershall und das Petrochemie-Geschäft in dem Bereich stark engagiert.

"Die starken Rückgänge... der vergangenen Monate" macht das Unternehmen denn auch hauptverantwortlich für den Rückgang beim operativen Ergebnis im vergangenen Jahr. Nach vorläufigen Zahlen ging das Ebit (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) um 18 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zurück. Auf das Segment Oil & Gas im Konzernverbund mussten im vierten Quartal Wertberichtigungen in Höhe von 600 Millionen Euro vorgenommen werden.

Minus auch beim Umsatz

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
47,40
Differenz absolut
1,56
Differenz relativ
+3,41%

Auch der Umsatz ging wegen der schlechteren Geschäfte, vor allem in diesem Bereich, zurück. 70,4 Milliarden Erlöse entsprechen einem Minus von fünf Prozent gegenüber dem Wert von 2014, der bei 74,3 Milliarden Euro gelegen hatte. Beim Umsatzrückgang spielte laut BASF auch die Trennung von den Erdgashandels- und -Speicheraktivitäten eine Rolle.

Der Preisverfall im Rohstoff-Sektor wird BASF nach eigenen Angaben auch im laufenden Jahr und wohl auch noch darüber hinaus belasten. Man habe die Annahmen für die Öl- und Gaspreise auch in den folgenden Jahren reduziert, so das Ludwigshafener Unternehmen am Morgen.

Analysten drehen ihre Empfehlungen

Marktteilnehmer zeigten sich in ersten Reaktionen auf die Zahlen überrascht. Andreas Lipkow vom Berliner Vermögensverwalter Kliegel & Hafner war erstaunt über die Höhe der Wertberichtigungen, sie schlügen "eine tiefe Kerbe" in die Bilanz.

Einige Analysten haben bereits am Morgen prompt ihre Kursziele für den Titel gesenkt. BNP Exane etwa nahm ihr Ziel von 83 auf 62 Euro zurück, die Anlageempfehlung lautet nun nur noch "neutral". Sogar zum Verkauf empfiehlt die Baader Bank die BASF-Aktie. Hier wird das Ziel von 63 auf 52 Euro gesenkt.

AB

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