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Spielwaren

Fünf verschiedene Barbie-Puppen

Kult-Spielzeug verliert seine Reiz

Barbie ist Mattels Sorgenkind

Stand: 21.04.2016, 11:51 Uhr

Wer kennt sie nicht, die Barbie-Puppen, vertreten in fast jedem Mädchen-Kinderzimmer. US-Spielzeughersteller Mattel ist aber mit seinem Kultprodukt mittlerweile nicht mehr so glücklich.

Denn Mattel, dessen Aktie im Nasdaq 100-Auswahlindex notiert, ist im ersten Vierteljahr unter dem Strich mit 73 Millionen Dollar nach 58,2 Millionen vor Jahresfrist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

Dies dürfte unter anderem auch auf die nachlassende Nachfrage nach Barbies zurückzuführen sein. Ein herber Rückschlag für das Management, dass sich von den drei neu eingeführten Größen, "klein", "groß" und "kurvig", wohl mehr versprochen hatte. Immerhin geht der für das operative Geschäft zuständige Manager Richard Dickson davon aus, dass sich die Überseeumsätze mit den Änderungen stabilisieren dürften.

Die Umsätze des mittlerweile 56 Jahre alten einstigen Kassenschlagers gehen schon seit Jahren zurück. Allerdings verkaufen sie sich außerhalb des nordamerikanischen Heimatmarktes deutlich schlechter, die Erlöse fielen um 14 Prozent im Jahresvergleich. In Amerika sind die Barbies hingegen noch beliebt, die Absätze zogen dort um elf Prozent an.

Weltweit sank der Umsatz der Barbiepuppen damit um drei Prozent, woran allerdings auch der starke Dollar seinen Anteil hatte. Der Gesamtumsatz fiel um sechs Prozent auf 869,4 Millionen Dollar. Ohne Restrukturierungskosten lag der Verlust mit 13 Cent je Aktie auch schlechter als die Schätzungen, die im Mittel bei minus acht Cent gelegen hatten.

Verlorene Disney-Lizenz

Aber nicht nur das nachlassende Interesse für die Kult-Puppen dürfte dem seit Anfang 2015 amtierenden neuen Firmenchef Christopher Sinclair auf dem Magen geschlagen sein. Denn das Quartal war das erste ohne die Einnahmen aus den Figuren des Disney-Animationsfilms "Frozen". Mattel hat die begehrte Lizenz an den Erzrivalen Hasbro verloren, der im Gegenzug schon über gute Gewinne berichtet hat.

Insgesamt muss Sinclair durch den Lizenzverlust auf Einnahmen von rund 450 Millionen Dollar verzichten, davon fallen rund 100 Millionen auf das erste Quartal. Sinclair will daher die Produktpalette breiter aufstellen und kämpft zudem gegen eingefahrene Wege im Unternehmen, die kreative Prozesse in der Vergangenheit behindert haben.

Aktie unter Druck

Bei den Anlegern sorgten die Zahlen für Ernüchterung. Mattel-Aktien fielen nach Börsenschluss an der Nasdaq deutlich zurück auf gut 30 Dollar und gaben damit einen Großteil der Gewinne seit Jahresanfang wieder ab. Die Aktie war nämlich im Vorfeld gut gelaufen bis auf etwas über 34 Dollar. Im Januar war das Papier schon bis auf knapp unter 25 Dollar gefallen, ehe es dann recht stürmisch bergauf ging. Langweilig wird es also mit der Mattel-Aktie nicht, die immer noch deutlich höher steht als vor einem Jahr.

rm

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