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Geldsegen für Investoren

Balda schüttet Sonderdividende aus

Der Anteilsverkauf am Touchscreen-Hersteller TPK spült den Balda-Aktionären Geld in die Tasche. Anleger interessieren sich aber mehr für die mitgelieferten Geschäftszahlen. Die im SDax gelistete Aktie regt sich kaum.

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Nachdem die Titel des Kunststoffteile-Produzenten Balda in die Verlustzone gefallen waren, notieren sie derzeit bei 5,05 Euro etwa auf Vortagesniveau. Ein Börsianer hält die gleichzeitig veröffentlichten operativen Zahlen des Unternehmens für "ganz und gar nicht überzeugend" – ein Hinweis auf einen möglichen Grund für die schwache Börsenreaktion auf die Sonderdividende.  

Operativ läuft nicht viel

Balda: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im tatsächlichen Geschäft leidet der Konzern weiter unter den Kosten des Konzernumbaus. Einschließlich Sonderabwertungen für die Sparte Electronic Products, in der Balda Kunststoffteile für Elektronikgeräte wie Kameras oder Kopfhörer herstellt, schlug im Rumpfgeschäftsjahr ein operativer Verlust (Ebit) von 14,7 Millionen Euro zu Buche. Im vergangenen Jahr hatte Balda ein Minus von sechs Millionen Euro erwirtschaftet. 

Im Zeitraum Januar bis Juni erlöste Balda 24,7 Millionen Euro, nach 66,3 Millionen im gesamten Kalenderjahr 2011. Für das nun gebrochene Geschäftsjahr 2012/13, das im Juli begonnen hat, erwartet Balda ohne Zukäufe einen Umsatz auf dem Niveau von 2011 und ein in etwa ausgeglichenes Ebit.

"Mutige Wachstumsschritte"

Angesichts dieser ernüchternden Zahlen fällt die Freude über die Dividende verhalten aus. Balda wolle seinen Anteilseignern 2,00 Euro je Aktie für das von Januar bis Juni laufende Rumpfgeschäftsjahr 2012 zahlen, teilte das Management mit. Zusammen mit der für 2011 gezahlten Dividende von 1,30 Euro je Aktie schüttet Balda damit rund 194 Millionen Euro aus dem Anteilsverkauf aus, der dem im operativen Geschäft mit Verlusten kämpfenden Konzern insgesamt 392 Millionen Euro in die Kassen spülte.

Balda-Boss Dominik Müser kündigt deshalb große Werke an: Die übrigen Mittel würden Balda "mutige Wachstumsschritte" erlauben, erklärt der Konzernchef. Balda will in der Sparte Medical, in der Kunststoffteile etwa für Blutzuckermessgeräte oder Pipetten produziert werden, durch Zukäufe wachsen.

Stand: 20.09.2012, 14:22 Uhr

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