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Rauschmittel

Eine Frau raucht einen Joint

"Unrichtige oder irreführende Angaben" in Newslettern

BaFin warnt Anleger vor Cannabis-Aktien

Stand: 06.01.2016, 19:23 Uhr

Kiffen vernebelt die Sinne - auch an der Börse. Wie im Rausch hatten einige Anleger Cannabis-Aktien gekauft. Doch so schnell die Kurse stiegen, so rasant stürzten sie ab. Die BaFin drückt nun den Alarmknopf und rät von Investments ab.

Besonders die Aktien der Cannabis-Firma Chuma Holdings stehen im Visier der BaFin. Die deutsche Finanzaufsicht warnt Anleger vor dem Kauf der Titel. "Die BaFin hat Anhaltspunkte, dass im Rahmen der Kaufempfehlungen unrichtige oder irreführende Angaben gemacht werden", teilte die Bonner Behörde am Mittwochabend mit. Möglicherweise seien auch Interessenskonflikte verschwiegen worden. Die BaFin habe deshalb eine Untersuchung wegen des Verdachts der Marktmanipulation eingeleitet.

Anleger sollten Angaben genau prüfen

Vor einem Einstieg bei Chuma Holdings sollten Anleger genau prüfen, wie seriös die in den Newslettern gemachten Angaben sind, empfiehlt die Bafin. Man sollte sich über die Firma auch aus anderen Quellen informieren, heißt es von der Behörde weiter.

Derzeit trommelt die Cannabis-Firma in E-Mail-Newslettern massiv für ihre Aktien. Chuma bietet Dienstleistungen für legale Cannabis-Firmen an - von der Suche nach passenden Anbauflächen bis zur Einrichtung von Verkaufsstellen.

Aktien abgerauscht

Die Aktien von Chuma waren Anfang 2014 binnen kurzer Zeit von fast null auf knapp fünf Euro emporgesprungen. Danach waren die Titel abgestürzt. Aktuell notieren sie bei nur noch 0,245 Euro. Ähnlich erging es vielen anderen Cannabis-Aktien.

Bereits vor einem Jahr hatte die US-Börsenaufsicht SEC vor Marihuana-Aktien gewarnt. Einige kleine Titel wurden vom Handel ausgeschlossen, weil sie unvollständige oder irreführende Informationen gemacht hatten. Die SEC ermittelt gegen mehrere Cannabis-Firmen. Die Vorwürfe reichen von Insiderverdacht bis hin zur Marktmanipulation.

Marihuana-Boom in den USA

In den USA ist in den letzten Monaten ein regelrechter Kiffer-Rausch ausgebrochen. In zahlreichen Orten sprießen Coffee-Shops aus dem Boden. Der Markt für Marihuana wächst zweistellig. Über 20 US-Bundesstaaten haben die Nutzung von Marihuana "zu medizinischen Zwecken" inzwischen legalisiert.

Selbst der bekannte Hightech-Investor Peter Thiel ist ins Marihuana-Geschäft eingestiegen. Er hat sich an der Private-Equity-Firma Privateer Holdings beteiligt, die sich auf das "Cannabusiness" spezialisiert hat. Im Portfolio befindet sich eine Firma mit der Marke "Marley Natural", die unter dem Namen der Reggae-Legende Bob Marley zur führenden Marihuana-Tüte der Welt werden soll.

nb

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