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Beteiligungsgesellschaft

Marihuana-Plantage

140.000 Euro Zwangsgeld

BaFin langt bei der Deutschen Cannabis zu

Stand: 22.09.2016, 15:19 Uhr

Solche Nachrichten gibt es nicht alle Tage: Die Finanzaufsicht BaFin hat der Deutschen Cannabis ein Zwangsgeld aufgebrummt. Wie kommt's?

Die BaFin hat die 140.000 Euro festgesetzt wegen eines Verstoßes gegen Vorschriften Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG). Konkret geht es um die Veröffentlichung der Jahresbilanz, die innerhalb von vier Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres erstellt und veröffentlicht werden muss. Die Gesellschaft kann das Zwangsgeld noch anfechten.

Allerdings müsste sie dafür endlich die Bilanz 2015 veröffentlichen. Das ist aber noch immer nicht geschehen. Auf der Webseite ist lediglich der Jahresabschluss des Jahres 2014 zu finden. Gegenüber boerse.ARD.de erklärte der aktuelle Vorstand André Müller:

»Die in Rede stehenden Abschlüsse sind für uns nur unter großen Schwierigkeiten erstellbar, da eine geordnete Übergabe durch die früheren Organe nie stattgefunden hat. Dennoch gehen wir davon aus, die Abschlüsse noch in diesem Jahr fertigzustellen und auf dieser Grundlage auch eine Verständigung mit der Behörde erzielen zu können.«

Der US-Cannabis-Markt

Das Berliner Beteiligungsunternehmen konzentriert sich auf Firmen in den USA, um von der sich entwickelnden Industrie rund um die Cannabis-Pflanze zu profitieren. Seit der Legalisierung von Cannabis im November 2012 in den US-Bundesstaaten Colorado und Washington entsteht dort ein riesiger Markt. Ganze Ladenketten rund um Cannabis schossen aus dem Boden, darunter das inzwischen bundesweit bekannte Unternehmen Medicine Man.

Investoren sprechen schon von "der nächsten großen amerikanischen Industrie". Die "Bloomberg Businessweek" schätzte das Umsatzpotenzial nach einer möglichen Freigabe auf Bundesebene auf bis zu 110 Milliarden Dollar pro Jahr. Dabei gehe es nicht nur um Gras und Hasch, sondern auch um Anbautechnik und Packaging, um Brownies, Kekse, Biere, Öle und Cremes mit THC-Zusatz.

Die Gras-Aktie der Berliner

Ob es aber auch der Deutschen Cannabis AG gelingt, von diesem Trend zu profitieren? Die Bilanz könnte da mehr verraten. Anleger scheinen dem Unternehmen aber nicht allzu viel zuzutrauen. Die Aktie ist ein Pennystock.

Die zuvor unter dem Namen Fame firmierende Gesellschaft hatte sich auf Beteiligungen an Solarparks und Betreibern von Photovoltaikanlagen konzentriert, damit jedoch Schiffbruch erlitten. Anfang 2013 stellte die Firma einen Insolvenzantrag, den sie allerdings im Mai wieder zurücknahm. Im September 2014 beschlossen die Aktionäre dann eine Neuausrichtung - in Richtung Cannabis.

Die Aktie hatte sich in diesen Zeiten zwar erholt und an die Ein-Euro-Marke herangearbeitet. Aber die Aufbruchstimmung ist vorbei. Derzeit ist das Papier gerade mal 30 Cent wert. Damit kommt das Unternehmen auf nicht einmal 800.000 Euro Unternehmenswert.

bs

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