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Schriftzug des Axel Springer Verlages vor der Berliner Unternehmenszentrale

Gewinn kräftig gesteigert

Axel Springer: Internet ist der Renner

Stand: 04.11.2015, 14:03 Uhr

Der Axel-Springer-Verlag wird immer mehr zu einem vom Internet dominierten Konzern. Der Erfolg ist so groß, dass sich die Berliner in diesem Jahr mehr zutrauen als geplant.

"Unsere Priorität in diesem Jahr ist Wachstum, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner. "Mit den Rubrikenangeboten und journalistischen Marken in Europa und zunehmend auch im englischen Sprachraum sehen wir großes Potenzial."

Das Management ist deshalb zuversichtlich, in diesem Jahr den Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern zu können. Bisher war eine Wachstumsspanne im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich angepeilt worden.

Internet-Geschäft ist der Renner

Die Entwicklung des Konzerns im dritten Quartal deutet tatsächlich auf weiter steigende Geschäftszahlen hin. Zwischen Juli und September legte der Umsatz im Jahresvergleich um 7,3 Prozent auf 795,4 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) wuchs um fast ein Drittel auf 129,3 Millionen Euro. Der Verkauf der Runtastic-Fitness-App an Adidas und der Smart-Ad-Server-Gruppe spülten zudem Millionen in die Kasse und ließen das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten deutlich steigen. Unterm Strich kletterte der Gewinn um 130 Prozent auf 137,2 Millionen Euro.

In den ersten neun Monaten betrug das digitale Geschäft mehr als 60 Prozent zum Gesamtumsatz bei und gut 70 Prozent zum Gewinn. Der Anteil der auf den internationalen Märkten erwirtschafteten Umsätzen stieg auf knapp 48 Prozent der gesamten Erlöse.

Sinkende Auflagen der gedruckten Zeitungen

Hervorragend läuft besonders das Geschäft mit Kleinanzeigen im Internet - etwa Auto-, Job- und Immobilienportale. Bei diesen Rubrikenangeboten kletterte das Ergebnis um rund ein Drittel auf 78 Millionen Euro im dritten Quartal. Inzwischen kommt das Medienhaus auch bei den Bezahlangeboten voran. In diesem Segment, zu dem "Bild" und "Welt" gehören, stieg das Ebitda um ein Viertel. Dennoch erwartet Springer hier im Gesamtjahr ein geringeres Ergebnis als im Vorjahr - weil die Auflagen der gedruckten Zeitungen immer weiter zurückgehen.

Neben dem Internet will Springer verstärkt im angloamerikanischen Markt investieren. Dort hat der MDax-Konzern bereits das US-Wirtschafts- und Nachrichtenportal "Business Insider" übernommen. Bei der Vorlage der Quartalszahlen berichtet der Konzern von ausreichend finanziellem Spielraum für weitere Investitionen im Digitalgeschäft und für eine hohe Dividende.

Einen Erfolg errungen hat Springer auch im Kampf gegen Werbeblocker im Internet. Über zwei Drittel der betroffenen Nutzer hätten den Adblocker ausgeschaltet und seien damit wieder vermarktbar, sagte Matthias Döpfner. Dies entspreche "rund drei Millionen zusätzlichen, vermarktbaren Visits". Springer hatte Mitte Oktober angekündigt, Werbeblockern die redaktionellen Inhalte des Portals Bild.de zu sperren. Sie sollten ein gesondertes Abo abschließen.

Aktie im Plus

Die Freude der Anleger auf die Quartalszahlen hält sich in Grenzen. Die Springer-Aktie legt um gut ein Prozent zu. Die Zahlen seien keine große Überraschung, der Kapitalmarkt habe damit gerechnet, erklärt Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe. DZ-Bank-Analyst Harald Heider lobte die Zahlen als gut, sie seien aber im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

lg

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