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Chipindustrie

Infineon-Logo vor Unternehmenszentrale in Neubiberg

Smartphone-Schwäche kompensiert

Autoindustrie stützt Infineon

Stand: 02.02.2016, 10:40 Uhr

Die drohende Flaute auf dem Smartphone-Markt wirkt sich für Infineon im ersten Quartal kaum negativ aus. Gute Geschäfte mit der Autoindustrie helfen dabei, Einbußen im Geschäft mit Chips für Mobilgeräte zu kompensieren. Die Investoren sind trotzdem nicht zufrieden.

Infineon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das Papier des Chipherstellers knickt um mehr als drei Prozent ein. Dabei ist der Chipkonzern solide in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Im saisonal schwächeren ersten Geschäftsquartal (Ende Dezember) ging der Umsatz gegenüber dem Vorquartal um drei Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zurück, wie der Dax- Konzern mitteilte. Das operative Ergebnis, gab um 23 Prozent auf 220 Millionen Euro nach. Bei beiden Werten schnitt das Unternehmen aber besser ab als von Experten geschätzt.

Unter dem Strich verdiente Infineon mit 152 Millionen Euro nur noch knapp halb so viel wie im Quartal zuvor, in dem Infineon von einem Steuerertrag profitiert hatte. In der Chipindustrie werden die Zahlen wegen stark schwankender Preise in der Regel mit dem Vorquartal verglichen. Interessant ist der Vergleich mit dem Vorjahresquartal trotzdem. Binnen Jahresfrist legte der Umsatz im Weihnachtsquartal um 38 Prozent zu, auch bedingt durch die Übernahme von International Rectifier. Der Gewinn kletterte in diesem Zeitraum um zwölf Prozent. Die operative Marge ging allerdings leicht auf 14,1 Prozent zurück.

Moderne Autos brauchen Chips

Infineon-Vorstandsvorsitzender Reinhard Ploss zeigt auf ein Unternehmenslogo

Infineon-Vorstandsvorsitzender Reinhard Ploss. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

"Unser Geschäft hat sich im abgelaufenen Quartal besser entwickelt als erwartet", erklärte Vorstandschef Reinhard Ploss. "Insbesondere im Automobilgeschäft sind wir erfolgreich." Rund 40 Prozent des Umsatzes macht Infineon mit Chips, die in neueren Autos die Elektronik steuern. Europas Automarkt hatte schon 2015 ein starkes Jahr, und der europäische Branchenverband Acea rechnet auch dieses Jahr mit einem - wenn auch kleineren - Plus von zwei Prozent beim Absatz.

Während in den Segmenten Industrie, Energietechnik und Sicherheitschips die Einnahmen im Weihnachtsquartal saisonal leicht schrumpften, blieb der Umsatz mit den Autobauern und ihren Zulieferern auf konstant hohem Niveau. "Unsere Lösungen für Fahrerassistenzsysteme sorgen weiterhin für Wachstum. Auch das Thema Elektromobilität gewinnt spürbar an Fahrt", erklärte Ploss.

Prognose bestätigt

Das Geschäft mit Chips für Mobilgeräte ist allerdings die margenstärkste Sparte bei Infineon. Zuletzt hatten aber unter anderem die Smartphone-Hersteller Apple und Samsung ihre Anleger mit wenig optimistischen Aussichten enttäuscht. Wenn die großen Hersteller weniger elektronische Bauteile zur eigenen Produktion ordern, könnte das für Infineon spürbar werden. Infineon macht nach Schätzung von Morgan-Stanley-Analyst Francois Meunier zwischen fünf und acht Prozent des Umsatzes mit Apple, und noch weniger entfällt auf Samsung.

Für das laufende Jahr (zum Ende September) sagte Ploss weiterhin ein Umsatzplus von etwa 13 Prozent bei einer operativen Rendite von 16 Prozent voraus. Allerdings enttäuscht der Ausblick für das laufende Quartal. Hier stellt Infineon einen Umsatzanstieg von drei Prozent in Aussicht. "Da hat man sich mehr erhofft", sagte ein Börsianer. "Die Anleger nehmen daher lieber ihre Gewinne mit." In den vergangenen sechs Monaten legten Infineon fast 22 Prozent zu, der Dax verlor im selben Zeitraum 13,7 Prozent.

ts

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