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Privilège Marine

Mehrheitsübernahme von Privilège

Aurelius segelt in den Katamaran-Markt

Stand: 19.05.2017, 10:37 Uhr

Von den Attacken des Hedgefonds Gotham City hat sich die Aurelius-Aktie bis heute nicht erholt. Die Beteiligungsgesellschaft will sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen - und kauft einen Luxuskatamaran-Hersteller aus Frankreich.

Aurelius gab am Freitag bekannt, die Mehrheit an Privilège Marine übernommen zu haben. Das Unternehmen mit Sitz in Les Sables d'Olonne an der französischen Atlantikküste baut Luxuskatamarane - von Segelkatamaranen bis hin zu leistungsstarken Motorkatamaranen. Die Marke genießt weltweit einen guten Ruf.

Synergien mit HanseYachts

Privilège Marine

Privilège Marine. | Bildquelle: Unternehmen

Mit dem Einstieg in den stark wachsenden Katamaran-Markt stärkt Aurelius sein Bootsbau-Portfolio. Die Münchner besitzen den weltweit führenden Hersteller von Segel- und Motoryachten, die HanseYachts AG aus Greifswald. Die Übernahme von Privilège Marine soll große Synergien mit HanseYachts bringen. Ziel sei es, das Know-How von HanseYachts in der Serienfertigung von Yachten mit den Erfahrungen von Privilège aus dem Katamaranbau zusammenzuführen, teilte Aurelius mit.

Die Aurelius-Aktie legt am Freitag leicht um 0,3 Prozent zu. Mit 47,78 Euro notiert sie aber immer noch fast 20 Euro niedriger als vor der Short-Attacke durch den Hedgefonds Gotham City Ende März. Der Hedgefonds und andere Anleger hatten mit Leerverkäufen auf einen Kursverfall gewettet und die Aurelius-Aktie damit abstürzen lassen.

Wie viel sind die Aurelius-Beteiligungen wert?

Aurelius kontert mit starken Zahlen

Gotham City hatte unter anderem die Wertansätze zahlreicher Aurelius-Beteiligungen angezweifelt. Den Substanzwert sah Gotham nach eigenen Angaben 80 bis 90 Prozent unter dem von Aurelius angegebenen Wert. Außerdem seien 15 von 26 früheren Aurelius-Beteiligungen inzwischen zahlungsunfähig geworden, bald nachdem der Investor sie verkauft habe, monierte Gotham. Dem "Manager-Magazin" sagte Gotham-Chef Yu, Aurelius sei nicht das "good home" für kranke Unternehmen, als das Dirk Markus es darstelle. "Womöglich ist Aurelius eher ein niederträchtiges Krankenhaus, das die Organe seiner Patienten verkauft, mit Gewinn verkauft und diese Patienten später, wenn sie im Sterben liegen, in das Hospiz eines befreundeten Sterbehelfers überführt." Die Aktien von Aurelius seien nicht mehr als 8,56 Euro wert.

Aurelius wies die Vorwürfe entschieden zurück. Seit 2006 habe man 77 operative Unternehmen akquiriert, davon seien vier in die Insolvenz gegangen, während sie Teil des Aurelius-Konzerns waren, betonte die Beteiligungsgesellschaft. Die Münchner konterten die Attacke des Hedgefonds mit einem für die Aktionäre lukrativen Verkauf einer Beteiligung. Der Kompressoren-Hersteller Secop wurde für 185 Millionen Euro an den japanischen Elektromotoren-Konzern Nidec veräußert. Die Hälfte des daraus resultierenden Gewinns von 100 Millionen Euro soll an die Aktionäre ausgeschüttet werden: Statt wie geplant zwei Euro je Aktie sollen sie für 2016 nun vier Euro erhalten.

nb

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