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Telekommunikation

Erwächst ein neuer Telekom-Gigant?

Hutchison liebäugelt mit O2

Stand: 23.01.2015, 10:50 Uhr

Li Ka-shing mischt den Mobilfunkmarkt auf: Der Hongkonger Milliardär hat es auf den britischen Mobilfunkanbieter O2 abgesehen und will bis zu 13,6 Milliarden Euro zahlen. Derzeit verhandelt sein Konzern Hutchison Whampoa mit der spanischen O2-Mutter Telefonica.

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Beide Unternehmen bestätigten exklusive Verkaufsgespräche. Hutchison Whampoa ist mit Three Mobile bereits auf dem britischen Mobilfunkmarkt vertreten. Könnte man sich den Branchenzweiten O2 einverleiben, dann würde die Zahl der Netzbetreiber in Großbritannien von vier auf drei sinken. Die Asiaten würden zum größten britischen Mobilfunkanbieter aufsteigen. Noch vor Everything Everywhere (EE), einem Ableger der Deutschen Telekom und der französischen Orange, und Vodafone. Telefonica-Aktien zogen in Madrid um 2,2 Prozent an.

Für umgerechnet 12,1 Milliarden Euro soll O2 den Besitzer wechseln. 1,5 Milliarden Euro könnten nach Abschluss hinzukommen. Die geplante Fusion mit Three soll im Gegenzug drei bis vier Milliarden Pfund an Kosten sparen. Vor Mitte 2016 dürfte das Geschäft laut Hutchinson Whampoa nicht abgeschlossen sein.

Hutchison auf der Suche nach geeigneten Partnern

Dafür müssen vermutlich auch noch die Wettbewerbshüter der Europäischen Kommission ihr Einverständnis geben. Zuletzt waren sie aber gegenüber Fusionen im Telekombereich eher aufgeschlossen.

Bisher hat Frank Sixt, Finanzchef bei Hutchison Whampoa, sechs Milliarden Pfund an Bankkrediten eingeplant. Allerdings will man auch Finanzinvestoren mit ins Boot holen, die die Summe aufstocken sollen. Sie sollen aber nicht mehr als 30 Prozent am Unternehmen halten. Alle Beteiligten zufriedenzustellen könne noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, sagte Sixt.

Geld für Zukäufe scheint genug vorhanden

O2 wäre die bislang größte Akquisition für Li Ka-shing, einen der reichsten Männer Asiens, dessen Vermögen das "Forbes"-Magazin auf 33,5 Milliarden Dollar schätzt. Das Geschäftsimperium des 86-Jährigen reicht weit über die Telekommunikation hinaus. Es beinhaltet auch Immobilien, Medien, Biotechnologie, Häfen und den Einzelhandel. Der Konzern Hutchison Whampoa steckt mitten in einer Umstrukturierung und soll in zwei börsennotierte Gesellschaften aufgespalten werden. Durch diese Umstrukturierung scheint Li Ka-shing gut sechs Milliarden Euro mehr für Zukäufe zur Verfügung haben.

Tatsächlich ist der Top-Investor derzeit in Shopping-Laune. Erst vor ein paar Tagen hatte er die Übernahme des ebenfalls britischen Eisenbahnkonzerns Eversholt Rail angekündigt. Offenbar hatte er vorher auch ein Auge auf EE geworfen, der mittlerweile allerdings exklusiv Verhandlungen mit dem früheren Staatsmonopolist BT Group führt.

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