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Versorger

Areva-CEO Luc Oursel

Trotz Areva bleibt Siemens obenauf

Areva verabschiedet sich vom Ausblick

Der französische Atomkonzern Areva kapituliert, verabschiedet sich von seinen Finanzzielen. Sein Problem heißt Olkiluoto 3, ein finnischer Reaktor, an dem Areva gemeinsam mit Siemens schon viel zu lange baut. Die Areva-Aktie stürzt ab.

Die Reaktion auf die Gewinnwarnung ist heftig. Der Kurs der Areva-Aktie verliert gleich zu Handelsbeginn auf einen Schlag ein Viertel an Wert. Das Papier sackt in Paris bis auf 9,30 Euro.

Die Bauphase Olkiluoto 3 nimmt einfach kein Ende, dabei sollte der finnische Reaktor doch eigentlich 2009 in Betrieb gehen, jetzt wird wohl erst 2018 was draus. Durch die vielen Verzögerungen liefen die Kosten aus dem Ruder, weshalb heftig gestritten wird. Areva und Siemens, die den Reaktor in Gemeinschaftsarbeit bauen, und der Auftraggeber fordern wechselseitig Schadenersatz.

Deshalb muss sich Areva also von seinen Finanzzielen für 2015 und 2016 verabschieden. Aber nicht nur wegen des Reaktors, auch wegen des schwachen Marktumfeldes, so Areva. Daher kämen die strategischen Perspektiven und der mittelfristige Finanzierungsplan nun auf den Prüfstand. Neue Geschäftsziele für die beiden kommenden Jahre will das Unternehmen mit den Zahlen für 2014 präsentieren.

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
95.74
Differenz absolut
0.51
Differenz relativ
+0.54%

Bei der Siemens-Aktie gibt es aber kaum Kursreaktion. Für den deutschen Technologiekonzern ist Olkiluoto 3 das letzte Projekt aus der Zusammenarbeit mit Areva, der bei dem Konsortium in Finnland die Führung hat. Siemens hat sich mittlerweile aus dem Atom-Geschäft zurückgezogen.

Areva hat damit große Probleme, verkauft weniger Atomkraftwerke als erwartet und kämpft mit hohen Schulden. Daher hatte Konzernchef Luc Oursel (im Bild) Anfang Oktober angekündigt, Investitionen zu kappen, um einer drohenden Herabstufung der Bonitätsnote zu entgehen. Ende Oktober gab Oursel dann seinen Rücktritt bekannt – aus gesundheitlichen Gründen, wie er sagte. Doch von Insidern war zu hören, dass seine berufliche Zukunft zuletzt ohnehin in der Schwebe war. Die Regierung, die 85 Prozent an dem Unternehmen hält, plant eine neue Führungsstruktur.

bs

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