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Übernahme

Arbeiter verpacken Kühlschränke bei Sharp Electronics Indonesia, Karawang, West Java

Sharp-Aktie schießt in die Höhe

Apple-Zulieferer Foxconn krallt sich Sharp

Stand: 21.01.2016, 08:29 Uhr

Die Rettung: Der in Schieflage geratene japanische Elektronikkonzern Sharp wird vom Apple-Zulieferer Foxconn gekauft. Eine Milliarden-Übernahme, die an der Börse mit überschlagender Freude begrüßt wird.

Sharp-Aktien schossen in Japan zeitweise 20 Prozent in die Höhe. Später flaute die Euphorie über die Rettung des Konzerns etwas ab und es blieb ein Plus von gut sieben Prozent. Dabei ist es zunächst einmal nur ein Zeitungsbericht, demzufolge Foxconn den japanischen Elektronik-Konzern übernehmen will.

Das Unternehmen mit Sitz in Taiwan habe 625 Milliarden Yen angeboten, berichtete das "Wall Street Journal", das sind umgerechnet 5,3 Milliarden Dollar. Die Führungsspitze von Sharp solle bleiben. Damit wolle man den japanischen Behörden entgegenkommen.

Staatsfonds INCJ will auch kaufen

Die Regierung in Tokio will Insidern zufolge verhindern, dass Sharp von ausländischen Firmen gekauft wird. Daher wird auch eine Rettung durch den japanischen Staatsfonds Innovation Network Corporation of Japan (INCJ) erwogen. Hier waren während der Woche Nachrichten über einen 2,8 Milliarden Euro schweren Sanierungsplan durchgedrungen, der den Turnaround bringen sollte.

Es ist bereits das dritte Mal innerhalb von drei Jahren, dass für Sharp ein Rettungspaket geschnürt werden muss. Teil der aktuellen Sanierung soll die Umwandlung von Bankenkrediten in Unternehmensanteile sein. Außerdem steht das LCD-Geschäft laut Sharp zur Disposition.

»Japans Technologie führt den Rest der Welt an. Wir würden gern helfen, den Konzern sogar noch wettbewerbsfähiger zu machen.«

Industrieminister Motoo Hayashi

Niedergang des Erfolgskonzerns

Einst hatte sich der Konzern einen legendären Ruf mit seinen Taschenrechnern und Fernsehern erworben. Doch wie viele andere frühere erfolgsverwöhnte japanische Firmen hat auch Sharp in den vergangenen Jahren kräftig Marktanteile etwa an Apple und Samsung verloren. Und wie viele Hersteller von TV-Geräten und Monitoren geriet Sharp dadurch in den letzten Jahren in Schieflage. Im Mai 2015 hatten die beiden Hauptbanken des Konzerns rettend unter die Arme gegriffen.

Foxconn - formal als Hon Hai Precision Industry bekannt - hatte wohl schon 2012 einen Anteil von zehn Prozent an Sharp samt einer 50-prozentigen Beteiligung an der Panelfertigung im Sharp-Werk in Sakai übernommen. Foxconn-Chef Terry Gou hat sich sogar persönlich beteiligt. Zuletzt tauchten Berichte auf, die eine vollständige Übernahme der Display-Sparte durch Foxconn in Aussicht stellten. Und Kyodo News berichtete, dass auch die restlichen Anteile in die Hand des taiwanischen Fertigungsriesen gehen könnten.

bs

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