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Der Verlierer an der Wall Street 2012

In der Apple-Aktie steckt der Wurm drin

Einst ließ der Technologiegigant mit seinem ganzen I-Kosmos die Anlegerherzen höher schlagen. Doch dieses Jahr sorgte die Apple-Aktie für ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle. Erst ging es richtig hoch, dann wieder rasant nach unten.

Apple Logo mit Wurm

Bei Apple ist der Wurm drin

Betrachtet man den Chart in US-Dollar, dann ist die Apple-Aktie seit Jahresbeginn nach oben geschossen. Am 19. September erreichte sie ein phänomenales Rekordhoch von 702,10 Dollar. Danach allerdings brach das Wertpapier wieder ein, durchbrach die 200-Tage-Linie und fiel bis auf ein Zehn-Monats-Tief von 509,79 US-Dollar.

Mittlerweile notiert der Titel wieder bei rund 515 Dollar und immerhin hat die Apple-Aktie seit Jahresbeginn noch 27,1 Prozent gewonnen. Trotzdem: Apple-Anleger haben 2012 eine emotionale Achterbahnfahrt hinter sich.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
344.50
Differenz absolut
1.53
Differenz relativ
+0.45%
Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
444.50
Differenz absolut
1.56
Differenz relativ
+0.35%

Ein ähnliches Bild bietet sich im Euro-Chart. Derzeit ist die Apple-Aktie für schlappe 388 Euro zu haben. Kaum zu glauben, dass sie Ende August noch auf einem Rekordhoch von 541,50 Euro stand und damit fast ein Drittel mehr wert war. Was ist mit dem Wertpapier los? Das heiß begehrte Nasdaq-Früchtchen scheint schrumpelig und wurmstichig geworden zu sein.

Vorsicht mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis!

Oder ist das genau der richtige Zeitpunkt, bei der Apple-Aktie zuzugreifen und damit ein Schnäppchen zu ergattern? Sich bei dem zeitweise wertvollsten börsennotierten Unternehmen aus Cupertino einzukaufen? Das legt zumindest das Kurs-Gewinn-Verhältnis nahe. Es beträgt mit Blick auf den von Analysten erwarteten Gewinn für das Geschäftsjahr 2012 derzeit gerade einmal 11,7 und ist damit denkbar niedrig.

Das ist für fundamental orientierte Investoren ein Zeichen, dass die Aktie "unterbewertet" ist. Doch wer sich auf das KGV verlässt, kann schnell in die Falle tappen. Schließlich war es 2004 mit 45 am höchsten, just in dem Jahr, als die Aktie ihre Rally startete. Wer sich damals am KGV orientiert hatte, schaute in die Röhre. Denn die Kennziffer deutet lediglich an, welchen Wert der Markt aktuell dem künftigen Gewinnfluss eines Unternehmens beimisst.

Apple braucht einen Volltreffer

Aber was hatte die Bären bei der Apple-Aktie überhaupt auf den Plan gerufen? Zum Beispiel hatte der Konzern mit dem Apfel-Logo laut einer Studie im Tablet-Bereich zuletzt Marktanteile verloren. Mit dem neuen iPad-Mini muss Apple nun sein Terrain auf dem umkämpften Markt verteidigen.

Immerhin spülte das neue iPhone 5 Milliarden in die Kassen. Damit konnte Apple in dem Ende September ausgelaufenen Geschäftsjahr seinen Gewinn um satte 61 Prozent auf 41,73 Milliarden Dollar steigern. Außerdem landete das Unternehmen im Patentkrieg mit Samsung einen entscheidenden Treffer. Die Gerichte sprachen den Kaliforniern über eine Milliarde Dollar Schadenersatz zu, weil ihre südkoreanischen Konkurrenten die Apple-Patente verletzt hätten. Darum könnte man genauso gut fragen: Warum haben eigentlich nicht längst wieder die Bullen bei Apple die Oberhand?

Um wieder auf einen Spitzenwert von 700 Dollar zu kommen, braucht der Konzern mal wieder einen Volltreffer, glaubt der Analyst Brian Battle von Trust Capital Partners. Das Apple-Management unter Führung von Tim Cook müsse unter Beweis stellen, dass es auch ohne von seinen Anhängern verehrten Apple-Gründer Steve Jobs zurecht komme.