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iPhone 7

Starkes Weihnachtsgeschäft - starke Apple-Aktie

Apple kann's noch

Stand: 01.02.2017, 08:24 Uhr

Mit dem iPhone 7 gelang Apple, was viele nicht für möglich gehalten haben: Die monatelange Flaute ist gestoppt. Der amerikanische Technologiekonzern verkaufte sogar so viele iPhones wie nie zuvor - und ist wieder Nummer 1.

Apple verkaufte im Weihnachtsquartal 78,3 Millionen iPhones. Ein neuer Bestwert: "Wir haben mehr iPhones verkauft als jemals zuvor", sagte Apple-Chef Tim Cook am Dienstag bei Präsentation der Bilanz des ersten Geschäftsquartals. Es sind rund 3,5 Millionen Geräte mehr als ein Jahr zuvor. Damit übertraf der US-Technologiekonzern nicht nur die Prognosen von Analysten, sondern auch die eigenen.

Und es ist auch ein kleiner Triumph gegenüber dem Erzrivalen Samsung: Nach Schätzungen des Marktforschers Canalys zog Apple nämlich an ihm vorbei an die Spitze des Smartphone-Marktes, der nur rund 77 Millionen Smartphones abgesetzt haben dürfte. Die Koreaner haben sich ihr Weihnachtsgeschäft selbst mit den Batteriebränden bei seinem "iPhone-Killer" Galaxy Note 7 vermiest. Das dürfte auch die Nachfrage nach Apple iPhone gesteigert haben.

Frischer Zulauf für Apple-Aktie

Auch die Quartalserlöse erreichten einen Rekord. Die Umsätze stiegen um drei Prozent auf 78,4 Milliarden Dollar. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die Aktie des ohnehin wertvollsten börsennotierten Unternehmens kletterten im nachbörslichen Handel noch weiter, um über drei Prozent auf 125,02 Dollar.

Einen kleinen Makel gab es aber doch: Der Gewinn verfehlte mit 17,9 Milliarden Dollar das Rekordergebnis des Vorjahres von knapp 18,4 Milliarden Dollar. Dabei konnte Apple die Smartphones sogar teurer verkaufen, der durchschnittliche Preis eines verkauften Geräts stieg auf den bisherigen Höchstwert von 695 Dollar. Drei Monate zuvor lag er noch bei 619 Dollar und im Weihnachtsquartal 2015 bei 691 Dollar. Anders als bei früheren Modellen war beim iPhone 7 die größere - und teurere - Plus-Version populärer als bei vorherigen Modellen gewesen, erklärte Apple.

Der Hoffnungsträger

Apples Wohl und Wehe hängt vom iPhone ab. Es ist das wichtigste Produkt des Konzerns und fährt fast 70 Prozent des Umsatzes ein. In den letzten Monaten waren die Verkäufe der Geräte in einem insgesamt abgekühlten Smartphone-Markt stetig gesunken. Beim im September gestarteten iPhone 7 zweifelten viele Marktexperten an, ob es den Abwärtstrend stoppen kann. Denn es sah weitestgehend so aus wie die noch 2014 eingeführte 6er-Serie.

Besorgniserregend ist das China-Geschäft, wo die meisten Geräte verkauft werden. Dort blieb Apple auch jetzt schwach, die Umsätze gingen um zwölf Prozent auf 16,2 Milliarden Dollar zurück.

ARD-Börsenstudio: Mischa Ehrhardt

Apple weiter beliebt - auch an der Börse?

Das weltweite Service-Geschäft, auf das der Konzern vor allem setzt, um die Abhängigkeit vom iPhone zu verringern, wuchs um 18 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar. Dazu gehören der Streaming-Dienst Apple Music sowie Einnahmen aus dem Verkauf von Apps und Speicherplatz sowie Filmen, Büchern und Musik zum Herunterladen. Die Verkäufe der Mac-Computer legten in dem Ende Dezember abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um ein Prozent auf knapp 5,4 Millionen Geräte zu. Das iPad bleibt ein Sorgenkind: Die Verkäufe der Tablets sanken im Jahresvergleich um 22 Prozent.

Zehn Jahre iPhone

Für das zweite Geschäftsquartal erwartet Apple Auswirkungen des starken Dollar, der die Produkte im Ausland teurer macht. Die Erlöse sollen zwischen 51,5 und 53,5 Milliarden Dollar liegen. Analysten und Investoren warten nun bereits auf das iPhone zum zehnjährigen Jubiläum. Sie gehen davon aus, dass die neuen Geräte fortschrittliche OLED-Displays erhalten, ohne Kabel aufzuladen und mit weiter entwickelter Touchscreen-Technologie ausgestattet sind.

bs

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