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Apple-Logo am Sternenhimmel

Reißende Nachfrage nach Anleihen

Apple jongliert mit Milliarden

Stand: 17.02.2016, 09:26 Uhr

Der iPhone-Hersteller schwimmt eigentlich im Geld. Dennoch zapft Apple regelmäßig den Kapitalmarkt an und begibt Unternehmens-Anleihen. Auch damit kann man nämlich Geld "verdienen".

Die Rechnung ist eigentlich naheliegend: Als Konzern mit fast unendlicher Kreditwürdigkeit kann man am Kapitalmarkt derzeit so günstig wie selten frische Mittel mobilisieren. Als Sicherheit dient Apple dabei ein gewaltiger Berg aus Rücklagen: 216 Milliarden Dollar an gehorteten Gewinnen aus den vergangenen Jahren besitzt das Unternehmen inzwischen.

Käufer stehen Schlange - auch bei Anleihen

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Warum aber die nicht direkt einsetzen, um notwendige Investitionen zu tätigen? Weil das ein schlechtes Geschäft wäre. Die Reserven von Apple lagern zum Großteil im Ausland. Würde Apple diese im Heimatland einsetzen, würde der Fiskus bei der "Repatriierung" der Mittel zugreifen. Da macht es noch mehr Sinn, lieber den Rentenmarkt anzuzapfen.

Die hohe Nachfrage nach den Schuldscheinen mit dem Apfel macht es dem Unternehmen zudem leicht, diesen Schritt zu gehen. Zwölf Milliarden Dollar nahm der Konzern in mehreren Auktionen ein. Die Interessenten standen offenbar Schlage, so dass Apple sogar erwogen hat, die sogar Papiere im Volumen von 15 Milliarden Dollar zu begeben.

Mit den eingenommenen Mitteln will Apple offenbar milliardenschwere Aktienrückkäufe finanzieren. Zu denen nötigen einige Großaktionäre das Unternehmen inzwischen auch. Die beiden US-Investoren Carl Icahn und David Einhorn haben zuletzt ihre Beteiligung am US-Technologieriesen Apple deutlich nach unten gefahren. Sie warfen dem Technologieriesen vor, die Aktionäre nicht kräftig genug am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen.

30 Jahre Apple?

Für Anleihe-Käufer gab es bei der Auktion die Auswahl zwischen neun verschiedenen Anleihe-Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinskupons. Wer sich mit einem zehnjährigen Papier eindeckte, kann auf eine Verzinsung von 3,3 Prozent pro anno setzen. Für eine dreißig Jahre laufende Anleihe zahlt Apple 4,65 Prozent. Das sind mehr als zwei Prozent mehr als gleichlang laufende US-Treasuries. Im Zinsspread ist das naturgemäß größere Risiko der Apple-Anleihen im Vergleich zu Staatspapieren enthalten.

Zweifel, dass das Wachstum und die finanzielle Stabilität von Apple nicht unendlich sein könnten, haben sich in den vergangenen Monaten am Markt durchaus breit gemacht. Das Unternehmen hat inzwischen mit einer sich abflachenden Wachstumskurve bei seinem wichtigsten Produkt, dem iPhone zu kämpfen. Neue innovative Produkte, die in die Bresche springen könnten, bleibt das Unternehmen derzeit schuldig, die Apple-Watch dürfte wohl so schnell nicht zu einer ähnlichen Wachstumsstory werden wie das Kult-Smartphone.

Aktie macht derzeit wenig Freude

Die Apple-Aktie hatte zuletzt auch deutlich Federn lassen müssen, weil Tech-Werte laut Analysten derzeit insgesamt einer "Neubewertung" unterzogen werden. Auch Amazon-, Alphabet- und Twitter-Aktien hatten zuletzt darunter zu leiden. Bei Apple-Papieren summiert sich der Verlust bei der Aktie seit Mitte 2015 auf rund 30 Prozent. Im Sommer vergangenen Jahres war sie noch gut 130 Dollar wert, derzeit kostet der Titel an der US-Börse 96,50 Dollar.

AB

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