Apple iPhone X

Der Spielball von iPhone und Apple Watch Die Apple-Aktie als Erfolgsbarometer

Stand: 13.09.2017, 10:10 Uhr

Was die Apple-Aktie alles verrät: Die Börse glaubt - noch - nicht an den durchschlagenden Erfolg des neuen iPhone X. Dafür aber an die Apple Watch. Gesamturteil: mäßig. Die Apple-Präsentation kann keine Aufbruchstimmung vermitteln. Aber war das nicht immer so?

Die Apple-Aktie war gestern der Spielball der Präsentation im Steve Jobs Theater im neuen Apple-Campus. Erst ging es steil rauf mit dem Kurs, dann ebenso steil wieder runter. Am Ende musste die Aktie einen Tagesverlust verbuchen, einen kleinen zwar, von nicht einmal einem halben Prozent. Aber das Urteil der Börse war klar: Die Neuheiten von Apple haben Investoren nicht vom Hocker gerissen.

Das iPhone X

Apple-Chef Tim Cook präsentierte nichts überwältigend Neues, was nicht etwa die Konkurrenz schon zu bieten hat: Das neue iPhone X (römisch zehn) hat Gesichtserkennung, einen fast randlosen OLED-Bildschirm und kabellose Ladetechnik - und der Home Button ist weg. Tim Cook nennt es selbstbewusst "die Zukunft des Smartphones", aber Rivalen wie Samsung können da locker mithalten.

Noch dazu sind eigentlich alle Innovationen des zehnten iPhones im Vorfeld durchgesickert. Die hatten die Apple-Aktie in den letzten Monaten auch entsprechend befeuert. Seit Anfang Juli ist der Kurs von 144 auf über 160 Dollar geklettert. In diesem Jahr hat das Papier nahezu 40 Prozent gewonnen. Klar, dass die Präsentation da keine neue Aufbruchstimmung entfalten konnte.

Die Apple Watch

Einzig von der Apple Watch versprechen sich Investoren offenbar neue Chancen. Cook präsentierte sie gleich zu Anfang der Veranstaltung. Die Uhr kann jetzt telefonieren: Die dritte Generation der vor rund zweieinhalb Jahren gestarteten Apple Watch kann nun direkt ins LTE-Datennetz gehen. "Das war unsere Vision von Anfang an", sagte Apple-Manager Jeff Williams. Dabei soll man auch auf der Uhr unter der Telefonnummer des Handys erreichbar sein - ohne das Handy dabei zu haben. Allerdings braucht man zwingend ein Apple Handy - ein Model ab Version 6 aufwärts.

Außerdem ist sie der Renner, wie der Apple-Chef betonte. Zwar waren die Kalifornier nicht das erste Unternehmen, das smarte Armbanduhren oder Fitness-Tracker auf den Markt gebracht hat. Doch mit einer steigenden Verbesserung der Modelle setzt sich Apple nach Angaben von Cook jetzt weltweit an die Spitze des Uhrenmarktes. Apple nimmt am meisten von allen damit ein. Cook verwies selbst renommierte Marken Rolex, Fossil, Omega und Cartier auf die Plätze. Laut Cook stieg alleine im jüngsten Geschäftsquartal der Umsatz mit der Apple Watch im Jahresvergleich um 50 Prozent. Absolute Zahlen nannte er nicht.

Die Apple-Aktie

Während der Uhr-Präsentation kletterte die Apple-Aktie, die zuvor im Minus notiert hatte, um 2,50 Dollar bis auf ein Tageshoch von 163,76 Dollar. Wenig tangiert hat die Börse die neue Version der Fernsehbox Apple TV, die schärfere Videobilder in 4K-Auflösung unterstützt. Während der Präsentation pendelte der Kurs nur schwach hin und her.

Mit Start der iPhone-Präsentation gegen 20 Uhr unserer Zeit aber ging es mit dem Kurs stetig bergab. Was Anlegern besonders sauer aufstößt, ist der späte Verkaufsstart. Es kommt auch erst Anfang November auf den Markt (3.11.). Damit fallen die ersten Verkäufe nicht mehr in das alte Geschäftsjahr, das Ende September endet. Außerdem ist das Apple X deutllich teuer als bisher. Mit Preisen von 1000 Dollar aufwärts muss sich erst noch zeigen, ob sich das Käufer finden.

Die Gewinnmaschine

Noch hängt der Erfolg des Apple-Konzerns mehrheitlich am iPhone. Es generiert über die Hälfte der Erlöse. Entsprechend sorgt man sich um die fortschreitenden Marktanteilsverluste des Smartphones. Noch ist es aber ein äußerst lukratives Geschäft. Der Konzern macht Gewinne satt - mehr als alle anderen zusammen. Apple fährt dank der hochlukrativen iPhones den Großteil der Gewinne der gesamten Branche ein.

Schlecht für Apple: Mancher Experte glaubt, das Smartphone an sich habe längst den Zenit überschritten und in knapp 10 Jahren sei es vorbei damit. Dann würden Smartwatches und -brillen den Part des Smartphones übernehmen. Andererseits: Apple scheint mit seiner Apple Watch inzwischen ganz gut gerüstet dafür.

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"We do have one more thing", so kündigte Apple-Chef Tim Cook das neue Spitzemodell iPhone X an - das X steht für die römische 10, deshalb nennt Tim Cook das neue Model "iPhone ten". Es ist größer als die bisherigen Modelle.

bs

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