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Mode

Eine Frau geht am Eingang zum Hugo Boss-Fabrikverkauf in Metzingen vorbei

Neue Gewinnwarnung

Anleger ziehen Hugo Boss aus

Stand: 23.02.2016, 17:48 Uhr

Neue Hiobsbotschaft aus der glamourösen Modebranche: Hugo Boss rechnet für das laufende Jahr mit einem zweistelligen Ergebnisrückgang. Die Anleger reagierten entsetzt: Die Aktie schmiert ab.

Um rund 20 Prozent krachte der Modetitel am Dienstag nach unten und war mit Abstand Schlusslicht im MDax. Mit 56 Euro schloss die Aktie auf dem tiefsten Stand seit 2012. Auf Ein-Jahres-Sicht hat sich der Kurs des Metzinger Modekonzerns mehr als halbiert.

Probleme in China und USA

Hugo Boss gab am Nachmittag eine saftige Gewinnwarnung aus: Das operative Ergebnis (Ebitda vor Sondereffekten) werde 2016 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich sinken, kündigten die Schwaben an. Als Grund wurde das schwierige Marktumfeld in China und den USA genannt. "Im bisherigen Verlauf des Jahres. 2016 entwickelte sich das Einzelhandelsgeschäft insbesondere in China und den USA schwächer als erwartet", hieß es.

Mit Preis- und Kostensenkungen will Hugo Boss auf die veränderten Bedingungen reagieren. Der Vertrieb über den Großhandel in den USA wird reduziert. In China soll die Preispolitik angepasst werden. Der Konzern will daher stärker in die Marke investieren, was wiederum auf den Erträgen lastet.

Margenziel wird einkassiert

Zudem nahm der Modekonzern Abschied von seinem Ziel, die bereinigte operative Marge (Ebitda vor Sondereffekten im Verhältnis zum Umsatz) auf 25 Prozent zu steigern. Einen detaillierten Ausblick will Hugo Boss zur Bilanz-Pressekonferenz am 10. März geben.

"Das sind sehr schlechte Nachrichten", meinte ein Händler. Er habe für 2016 mit einem Ergebnisanstieg um 3,8 Prozent gerechnet und müsse nun seine Schätzungen deutlich senken.

Investoren werden verprellt

Es ist bereits die zweite Gewinnwarnung binnen kurzer Zeit. Bereits im Oktober hatte Hugo Boss seine Ziele für 2015 gekippt. Das operative Ergebnis stieg nur um ein Prozent auf 594 Millionen Euro.

In den USA leidet der Konzern wie viele Bekleidungshersteller unter den heftigen Rabattschlachten im Großhandel. Zudem kamen weniger Touristen zum Shoppen ins Land. In China hat die Lust auf Luxus wie teure Markenkleidung etwas abgenommen.

Nur der Umsatz soll steigen

Beim Umsatz stellt sich der Modekonzern jedoch weiterhin auf Wachstum ein. Die Erlöse werden im niedrigen einstelligen Prozentbereich zulegen, kündigten die Schwaben an.

nb

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