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Wochenausblick

Startschuss für die Jahresendrally?

Anleger hoffen auf ein Jahreshoch

Der Advent ist da, Weihnachten rückt näher – klar, dass die Investoren jetzt vor allem eines im Sinn haben: die Jahresendrally. Und die Chancen stehen gar nicht schlecht. Jedenfalls wenn da nicht das unendliche Thema Fiskalklippe wäre.

Im vergangenen Monat November legte der Dax zwei Prozent zu. Die stärkste Kursentwicklung verzeichneten die Titel von Infineon, die sich um 12,3 Prozent verteuerten. Am Ende der Kursliste landeten Eon-Papiere, die um satte 21 Prozent nachgaben. Europaweit stärkster Sektor waren Technologietitel, die um 8,1 Prozent zulegten.     

In der vergangenen Woche schloss der Dax erstmals seit dem 18 Oktober wieder über 7.400 Punkten. Damit rückt er seinem bisherigen Jahreshoch vom September beim Stand von 7.478 Punkten immer näher. Und nach Ansicht der Fachleute spricht eigentlich nichts dagegen, dass dieser Aufwärtstrend anhält: "Die Stimmung derzeit ist positiv, und die Risikobereitschaft der Anleger steigt", sagt Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. "Wenn die Daten und der US-Arbeitsmarktbericht nicht enttäuschen, dann kann das dem Markt für den gesamten Dezember einen Kick geben, so dass auch neue Hochs drin sind." Am Freitag den 7. Dezember stehen die vielbeachteten US-Arbeitsmarktdaten für den November an.

Die Statistik empfiehlt: kaufen

Investmentanalyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) stellt fest, dass bei einem steigenden Dax in der Zeit von Juli bis November in 18 von 19 Fällen ein freundlicher Dezember gefolgt ist. Da die günstige Konstellation auch im Dezember 2012 gegeben sei, empfiehlt er bis zum Jahresende eine offensive Positionierung am Aktienmarkt.

Helaba-Fachmann Christian Schmidt sieht aus technischer Sicht ebenfalls Potenzial: "Zuletzt wurde die massive Widerstandszone im Bereich von 7.390/7.411 Zählern erreicht. Nun wird sich zeigen müssen, ob der Index über ausreichend Kraft verfügt, diese Hürde zu überwinden. Die Chancen dafür stehen gut, da nahezu alle Indikatoren 'grünes Licht' geben."

Schon wieder Fiskalklippe

Sollte den Börsenbarometern ein Ausbruch gelingen, werde ein starkes technisches Kaufsignal ausgesandt und dies könnte dann eine Jahresendrally auslösen, schreiben die Experten der Landesbank Berlin. Weil aber sowohl die Fiskalklippe als auch die noch keineswegs gelöste europäische Schuldenkrise zuletzt unter optimistischen Vorzeichen betrachtet worden seien, sollte ein Rückschlag durchaus eingeplant werden, raten die Fachleute und bleiben daher vorsichtig.

Schließlich scheinen Demokraten und Republikaner immer noch weit entfernt von einer Einigung zu sein. Deshalb dürften auch in der kommenden Woche die Aussagen von US-Politikern zur Haushaltsdebatte die Märkte bewegen. Die DZ Bank rechnet aber damit, dass bis Jahresende ein vertretbarer Kompromiss gefunden sein wird: Das werde auch der Wall Street neuen Auftrieb geben, schreiben die Analysten in ihrem Wochenausblick.   

Furcht vor Sandys Folgen

Ob sich die Hoffnungen erfüllen, hängt aber auch von den aktuellen Konjunkturdaten ab. Schließlich ist die Berichtssaison vorbei, sodass von Unternehmensseite eher weniger Impulse zu erwarten sind. Die kommende Woche bietet einige wichtige Termine. Die US-Arbeitsmarktdaten wurden bereits erwähnt: Der US-Arbeitsmarkt habe sich seit der Jahresmitte spürbar erholt, schreiben die Postbank-Experten. "Im November wird er an diese Entwicklung wohl nicht anknüpfen können, da sich die Folgen von Hurrikan Sandy sowie des anschließenden ungewöhnlich frühen Wintereinbruchs im Osten der USA auch in der Beschäftigungsbilanz niederschlagen dürften."

Außerdem stehen noch die US-Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor am Montag und am Mittwoch an. "Die ISM-Einkaufsmanagerindizes in den USA werden vermutlich leicht nachgeben, sagt Analyst Christian Apelt von der Helaba."

Leitzinsen im Blick

In Europa dürfte der Fokus vor allem auf der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE) liegen. Beide Notenbanken werden wohl ihren Leitzins mit 0,75 beziehungsweise 0,5 Prozent beibehalten. Die Volkswirte der DekaBank weisen darauf hin, dass EZB-Präsident Mario Draghi bereits habe anklingen lassen, die Vorhersage für das Wirtschaftswachstum 2013 zu reduzieren. Draghi habe allerdings auch angedeutet, dass diese Abwärtsrevision nicht groß genug sei, um eine erneute Senkung der Leitzinsen zu rechtfertigen, so die DekaBank.

Zu guter Letzt berät die Deutsche Börse am Mittwoch die Zusammensetzung ihrer Indizes. Analysten sehen die Baumarktkette Praktiker als Wackelkandidat im SDax, davon profitieren dürfte der Börsenneuling Talanx. Neben Praktiker könnte auch die SDax-Mitgliedschaft von Constantin Medien oder Cat Oil auf der Kippe stehen. In Dax, MDax und TecDax erwarteten Experten keine Veränderungen.

Stand: 02.12.2012, 13:35 Uhr

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