Seitenueberschrift

Automobile

Daimler-Vorstand Dieter Zetsche lacht

Ausblick stellt nicht zufrieden

Anleger hadern mit Daimler

Stand: 04.02.2016, 08:47 Uhr

Der Autokonzern schüttet nach einem sehr guten Geschäftsjahr 2015 ein Füllhorn an Gewinnen aus und hebt die Dividende an. Ob allerdings das laufende Jahr da noch anknüpfen kann? Die Aktie jedenfalls startet deutlich im Minus.

Der sparsam formulierte Ausblick des Unternehmens war eines der Fragezeichen, das Daimler am Morgen aufwarf. Man erwarte eine "Steigerung" von Absatz, Umsatz und Ergebnis, so das Unternehmen bei der Zahlen-Päsentation. Im vergangenen Jahr war das Wording noch: "deutliche Steigerung".

Prompt rutschte die Aktie im frühen Handel erst einmal um bis zu fünf Prozent ab und fiel sogar unter die Marke von 60 Euro.

Umsatz besser, Ergebnis auf dem Punkt

Die Jahresbilanz ingesamt überzeugt allerdings: Der Konzernumsatz wurde dank der guten Verkäufe der Autos mit dem Stern um 15 Prozent auf 149,5 Milliarden Euro gesteigert. Fast zwei Millionen Fahrzeuge hat man im vergangenen Jahr weltweit abgesetzt. Damit wurde die Analystenprognose von 147,1 Milliarden Euro leicht übertroffen.

Punktgenau erreicht wurden die Schätzung für das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) und den Nettogewinn: Das Ebit lag bei 13,5 Milliarden Euro, nach 10,5 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Netto verdiente Daimler 2015 nach 7,3 Milliarden Euro nun 8,9 Milliarden Euro.

Trostpflaster Dividende

Eine positive Überraschung hält der Dividendenvorschlag des Unternehmens bereit: Nach einer Ausschüttung von 2,45 Euro je Aktie im Vorjahr sollen nun 3,25 Euro je Anteilsschein an die Anteilseigner fließen. Hier hatten die Experten nur 3,11 Euro je Aktie erwartet. Auf Basis des derzeitigen Aktienkurses entsteht damit eine Dividendenrendite von fast 5,5 Prozent. Ein starkes Argument für die Aktie, so dürfte auch das Management hoffen.

2016 wird spannend

An den leicht eingetrübten geschäftlichen Aussichten allerdings dürfte das wenig ändern. Auto-Experten wie Stefan Brazel vom Center of Automotive Management zufolge kann man vor allem in China 2016 nicht damit rechnen, dass die Wachstumsraten so hoch wie zuletzt ausfallen. Metzler-Analyst Jürgen Pieper rechnet durch die Einführung der E-Klasse im April mit hohen Werbe- und Vertriebsaufwendungen, die die Ertragssituation belasten dürften.

Aktie in Sippenhaft

Die Daimler-Aktie wurde in den vergangenen Monaten arg vom VW-Abgasskandal gebeutelt - obwohl das Unternehmen stets betont hat keinerlei Manipulationen an Abgaswerten vorgenommen zu haben. Auf Zwölfmonatssicht hat der Titel rund 25 Prozent an Wert verloren.

AB

Darstellung: