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Halbleiter

AMD Prozessoren Opteron und Athlon II.

Ausblick belastet Aktie und Branche

AMD tut weh

Stand: 20.01.2016, 10:34 Uhr

Der Chip-Hersteller steckt in der Klemme. Die schwächelnde Konjunktur in China belastet die Geschäfte. Und die Konkurrenz setzt dem Unternehmen außerdem zu. Ein Fingerzeig für die ganze Branche?

Die AMD-Aktie brach nach Bekanntgabe der Quartalszahlen, vor allem aber wegen des Ausblicks am Dienstagabend nach Börsenschluss ein. Auch im europäischen Handel rutschte der Titel am Morgen bereits empfindlich ab.

Gewinne weiterhin Fehlanzeige

AMD hatte zuvor wieder einmal schwache Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsquartal präsentiert. Das Unternehmen musste in den Monaten Oktober bis Dezember einen Rückgang der Erlöse um 23 Prozent auf 958 Millionen Dollar hinnehmen. Auch Gewinne schreibt das Unternehmen weiterhin nicht. Immerhin wurde der Verlust von 364 Millionen Dollar im Vorjahres-Quartal auf 102 Millionen Dollar eingedampft.

Was Analysten und auch Anleger aber verschreckte, waren Aussagen zum laufenden Quartal. AMD geht von einem Umsatzrückgang um weitere 14 Prozent aus - und das liegt deutlich unter den bisherigen Analystenschätzungen.

China-Geschäft wackelt

Auch Angaben zum Geschäft in China kamen auf dem Parkett nicht gut an. Der Konzern, der zuletzt rund 42 Prozent seiner Erlöse in dem wichtigen Markt gemacht hat, sprach von einem "eingetrübten Geschäftsumfeld.

Zudem kommen bei AMD Schwächen in einzelnen Geschäftsbereichen. Bei Chips für Spielekonsolen, wie die Playstation von Sony ist das erste Jahres-Quartal traditionell ohnehin das schwächste. Und im traditionellen Prozessoren-Geschäft für PC und Server waren die Auslieferungen zuletzt rückläufig.

Im Prozessor-Bereich hadert AMD weiterhin mit dem großen Konkurrenten Intel. Dem warf das Unternehmen erneut erneut unfaire Geschäftspraktiken vor. Leistungsvergleiche von Intel-Chips mit Konkurrenzprodukten seien zugunsten des Marktführers "geschönt", hieß es.

Was macht der Halbleitermarkt?

Der Ausblick von AMD stellt die Prognosen für den gesamten Halbleitermarkt im Jahr 2016 infrage. Nachdem die Branche im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent schrumpfte, rechneten Institute wie Gartner mit einer kleinen Wachstumsbelebung von 1,6 Prozent im laufenden Jahr.

Die Perspektiven von AMD passen aber zu denen, die Intel in der vergangenen Woche gezeichnet hat. Auch der Nummer eins der Branche macht der Preisverfall und die schwache Nachfrage nach Halbleitern für den Computermarkt zu schaffen. Intel sucht nun neue Umsatzquellen in Geräten, die zum Bereich "Internet der Dinge" (Internet of Things, IoT) gehören.

Aktie wird verstoßen

An der Börse ist die AMD-Aktie nach einer kleinen Erholung Ende 2015 wieder in Ungnade gefallen. Binnen eines Monats hat sie an der Nasdaq von drei auf nun unter zwei Dollar nachgegeben, ein Verlust von rund einem Drittel in sehr kurzer Zeit.

AB

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