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Krisenstimmung in der Chipbranche
Tablet-Boom drängt AMD ins Abseits
Was ist bei AMD los? Der Chipkonzern durchlebt ein mieses Quartal nach dem anderen, die Prognosen werden immer schlechter, die Aktie fällt. Jetzt will AMD mit einem Stellenabbau zurück in die Gewinnzone. Die Anleger reagieren halbwegs freundlich.
Nachdem das AMD-Papier im regulären Handel um mehr als fünf Prozent eingeknickt war, eroberte die Aktie nachbörslich verlorenes Terrain wieder zurück und schaffte wieder ein kleines Plus von rund einem halben Prozent auf 2,63 Dollar. Das im S&P 500 notierte Papier hat indes im laufenden Jahr mehr als 50 Prozent seines Börsenwertes eingebüßt, während der Vergleichsindex im selben Zeitraum fast 16 Prozent zugelegt hat. Der Konkurrent Intel hat sich mit einem Minus von rund 10 Prozent etwas teurer verkauft.
Und wieder miese Zahlen
Beide Unternehmen haben bislang offenbar noch keine überzeugende Antwort auf das Problem Tablet-PC gefunden, aber besonders mies läuft es bei AMD. Dem Chip-Konzern macht die Flaute im PC-Geschäft schwer zu schaffen. Der Umsatz sackte im dritten Quartal im Jahresvergleich um ein Viertel auf 1,27 Milliarden Dollar ab. Es gab einen Verlust von 157 Millionen Dollar nach 97 Millionen Dollar Gewinn vor einem Jahr.
Bereits im zweiten Quartal war der Gewinn des Chipherstellers um 40 Prozent auf 37 Millionen Dollar eingebrochen. Der Umsatz war um elf Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar gefallen.
Gemeinsam in der Krise
Auch der große Rivale Intel legte zuletzt schwächere Zahlen vor. Er kommt mit seinem Marktanteil von rund 80 Prozent aber deutlich besser durch die Durststrecke als AMD. Das Problem ist, dass in Tablet-PCs so gut wie keine Prozessoren von Intel oder AMD zum Einsatz kommen. Der Markt wird stattdessen von Chips auf Basis der Architektur des britischen Chip-Entwicklers ARM beherrscht.
Im laufenden Quartal ist bei AMD kaum Besserung in Sicht: AMD rechnet mit einem Umsatzrückgang im Vergleich zum vergangenen Vierteljahr um neun Prozent, mit einem Schwankungsbreite von vier Prozentpunkten mehr oder weniger.
Rory Read greift durch
Deshalb ist für das Management wohl der Zeitpunkt für einen harten Schnitt gekommen: AMD will weltweit mehr als 1.600 Stellen abbauen, das Personal werde um 15 Prozent reduziert. Im ersten Halbjahr 2013 werde es weitere Schritte zur Umstrukturierung geben, kündigte AMD an. Er könne eine "erhebliche" finanzielle Belastung mit sich bringen - ein Zeichen dafür, dass es sich um eine radikale Aktion handeln könnte.
Konzernchef Rory Read kündigte ferner an, AMD werde verstärkt auf Bereiche außerhalb des klassischen PC-Geschäfts setzen. Derzeit hingen rund 85 Prozent des AMD-Umsatzes daran, er wolle diesen Anteil auf 50 bis 60 Prozent senken.
Stand: 19.10.2012, 09:19 Uhr