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Amazon-Chef Jeff Bezos

Amazon will Buchläden eröffnen

300 Buchläden - im Ernst, Amazon?

Stand: 03.02.2016, 08:27 Uhr

Das Sterben von Einzelhandelsläden wird immer wieder beklagt. Die Buchhändler leiden ohnehin, schließlich lesen die Menschen weniger. Nun soll der Online-Riese Amazon planen, hunderte Buchläden zu eröffnen.

Amazon plane, 300 bis 400 Buchläden zu eröffnen. So ist es zumindest Sandeep Mathrani zu Ohren gekommen. Er ist der Chef des zweitgrößten Shoppingcenter-Betreibers in den USA "General Growth Properties".

Amazon nahm zu den Angaben keine Stellung. Allerdings betreibt der Online-Riese bereits einen Buchladen - auch wenn es sich dabei nur um ein Einzelgeschäft am Heimatstandort Seattle handelt. Der Laden existiert seit November.

Offline-Bedeutung unterstreichen

Amazon : Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Monat
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Mathrani ließ das Gerücht zur Offline-Offensive in einer Telefonkonferenz mit Analysten fallen. Er habe die Bedeutung des stationären Handels unterstreichen wollen, hieß es in einer Meldung der deutsche Presseagentur.

Der bisherige US-Marktführer Barnes und Noble, der über 600 Läden betreibt, konnte 2015 das erste Mal wieder Gewinne erzielen. Zuvor hatte der Konzern vier Jahre lang mit hohen Verlusten zu kämpfen.

Die Umsätze im US-Buchmarkt stagnieren seit mehreren Jahren auf einem Niveau von 27 Milliarden Dollar. Das Statistik-Portal Statista erstellte eine Prognose über den Umsatz im stationären Buchhandel. In den nächsten vier Jahren soll er zwischen acht und neun Milliarden Dollar liegen, im Jahr 2012 erzielten die Buchhändler noch 9,7 Milliarden Dollar.

Strafe der Investoren

Erste Meldungen, dass Amazon auch ein weitreichendes Offline-Geschäft auch in anderen Branchen plane, gab es bereits vor einem Jahr. Der Online-Händler ist in weit mehr als nur einem Segment tätig.

Amazon hat 2015 ein Rekordjahr hingelegt - der Gewinn hat sich mehr als verdoppelt. Und trotzdem waren die Aktionäre enttäuscht: Der Titel fiel nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen nachbörslich um 12 Prozent. Analysten sprachen von einer "Überreaktion der Investoren".

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Das Amazon-Imperium

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Amazon.com

Amazons "Herzstück" ist der Online-Marktplatz. Damit ist Amazon groß und weltbekannt geworden. Er ist, was bei Google die Suchmaschine ist. Angefangen hatte alles als Internet-Buchhändler. 1995 wurde das erste Buch über amazon.com verkauft. Mittlerweile gibt es kaum noch etwas, das man hier nicht kaufen kann.

cw

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