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Sprünge bei Umsatz und Gewinn Alphabet: Die Werbung macht's

Stand: 29.07.2016, 08:27 Uhr

Neben Facebook und Amazon hat auch Google im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn überdurchschnittlich gesteigert - dank sprudelnder Werbeeinnahmen. Die Aktie macht einen Freudensprung.

Es ist vor allem die Werbung auf mobilen Geräten, die der Holding Alphabet einen Umsatz- und Gewinnsprung beschert haben. Insgesamt stiegen die Erlöse des Konzerns im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar. Der Überschuss verbesserte sich um ein Viertel auf rund 4,88 Milliarden Dollar. Pro Aktie verdiente Alphabet im Quartal ohne Sonderkosten 8,42 Dollar und damit 38 Cent mehr als erwartet.

Allein mit Online-Werbung auf Googles eigenen Webseiten erzielte der Konzern Umsätze von 15,4 Milliarden Dollar, 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Google macht keine Angaben dazu, wie sich die Erlöse auf einzelne Geschäftsbereiche wie die Videoplattform YouTube oder das Betriebssystem Android verteilen.

Mobile Geräte werden immer wichtiger

Analysten gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der Werbeerlöse von mobilen Geräten kommt. Die Zahl bezahlter Klicks auf Werbeanzeigen stieg insgesamt um 29 Prozent. Das konnte den Rückgang der Erlöse pro Klick um sieben Prozent mehr als ausgleichen.

Die Zahlen legten nahe, dass es Alphabet zunehmend gelinge, auch mit Anzeigen au f mobilen Geräten gutes Geld zu verdienen, sagte Analyst Colin Gillis von BGC Partners. Stark geworden ist der früher unter dem Namen der Suchmaschine Google agierende Konzern mit Werbung auf klassischen PCs, deren Bedeutung aber schwindet. Bei mobilen Geräten hingegen zahlen die Werbekunden Google normalerweise weniger Geld für einen Klick auf die Anzeige als beim PC. Das Ergebnis deute nun aber darauf hin, dass sich das ändere, sagte Gillis.

Außer Google vor allem Kosten

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Die Erlöse aus anderen Geschäftsbereichen als Online-Werbung - wie zum Beispiel die Inhalte-Plattform Play Store oder das Hardware-Geschäft - haben sich ebenfalls prächtig entwickelt und sind um ein Drittel auf rund 2,2 Milliarden Dollar gestiegen.

Die anderen Bereiche außer Google sorgen weiterhin vor allem für hohe Kosten. Ihr Umsatz fällt trotz eines Sprungs von 74 auf 185 Millionen Dollar immer noch kaum ins Gewicht. Zugleich weitete sich aber auch ihr Verlust von 660 auf 859 Millionen Dollar aus. Dazu gehören unter anderem der Spezialist für Haushalts-Vernetzung Nest, der Glasfaser-Anbieter Fiber sowie das Innovationslabor Google X und die Entwicklung selbstfahrender Autos.

Ein Berg von Geld

Finanzchefin Ruth Porat schränkte ein, dass der Großteil dieser sogenannten "anderen Wetten" ("Other Bets") noch keinen Umsatz mache. Zugleich versicherte sie den Analysten in einer Telefonkonferenz mehrfach, dass Alphabet extrem diszipliniert bei den Investitionen sei. "Ein Langzeit-Fokus befreit uns nicht davon, die Kosten zu managen."

Dabei sitzt Alphabet auf einem Geldberg von 78,5 Milliarden Dollar. Rund zwei Drittel davon lagern außerhalb der USA. Die Steuerquote lag im vergangenen Quartal bei 20 Prozent. Der Konzern beschäftigt weltweit 66.575 Mitarbeiter, nach 57.148 vor einem Jahr. Die Alphabet-Aktie legte nachbörslich in einer ersten Reaktion um fast fünf Prozent zu.

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