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Trotz Hurrikan "Sandy"

Die Allianz verdoppelt ihren Gewinn

Durch den Sturm in den USA wurde Europas größter Versicherer kaum in Mitleidenschaft gezogen. Trotz der Belastungen durch Hurrikan "Sandy" konnte die Allianz ihren Gewinn im vergangenen Jahr mehr als verdoppeln.

Vorstandsvorsitzende der Allianz SE, Michael Diekmann

Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE

Unter dem Strich stand 2012 ein Überschuss von 5,2 Milliarden Euro. Mehr als Analysten vermutet hatten. Sie hatten im Schnitt einen Gewinn von 5,1 Milliarden Euro erwartet.

Hatten im Jahr zuvor noch immense Katastrophenschäden und der Schuldenschnitt für Griechenland den Gewinn auf 2,5 Milliarden Euro gedrückt, war die Schadenslast diesmal sehr gering. "Trotz der Belastungen durch den Sturm Sandy haben wir unsere Prognosen übertroffen", sagte dazu Michael Diekmann, Vorstandschef bei der Allianz. "Dieses Ergebnis zeigt, wie gut unser Geschäftsmodell die vielen Turbulenzen der Finanzkrise ausgleichen kann."

Selbst gesetzte Messlatte erreicht
Im operativen Geschäft ging es nun deutlich aufwärts, wie der Dax-Konzern aus Unterföhring bei München mitteilte. Das Betriebsergebnis wuchs binnen Jahresfrist überraschend stark um ein Fünftel auf 9,5 Milliarden Euro. Das war der zweithöchste Wert in der Unternehmensgeschichte.

Diekmann hatte die Prognose dafür erst im vergangenen Oktober von 8,2 auf 9,0 Milliarden Euro angehoben. Auch die Analysten waren positiv überrascht. Sie hatten im Schnitt nur 9,1 Milliarden Euro erwartet.

Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 97,8 im Vorjahr auf nun 96,3 Prozent. Je geringer diese Kennzahl ausfällt, desto profitabler ist ein Versicherer. Ist die Quote größer 100, schreibt das Unternehmen im eigentlichen Versicherungsgeschäft Verluste.

Nicht nur im Bereich Schaden- und Unfallversicherungen, auch bei den Lebensversicherungen konnte die Allianz punkten. Die Vermögensverwaltung lief ebenfalls glänzend. Dazu trug in erster Linie der amerikanische Vermögensverwalter Pimco bei, der im Anleihesegment sehr aktiv ist. Der Konzernumsatz stieg insgesamt 2,7 Prozent auf 106,4 Milliarden Euro.

"Erste Zeichen in der Eurozone für eine Stabilisierung"
Für das laufende Jahr zeigte sich Allianz-Chef Diekmann vorsichtig optimistisch: "Es scheint erste Zeichen in der Eurozone für eine Stabilisierung zu geben", erklärte er. 2013 dürfte die Allianz seiner Einschätzung nach ein Betriebsergebnis von 9,2 Milliarden Euro schaffen. "Plus/minus 500 Millionen Euro", ergänzte Diekmann.

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Hauptthema bleibt für den Vorstandschef 2013 die Niedrigzinsen an den Finanzmärkten. Handlungsbedarf sieht er bei den Garantiezinsen in der Lebensversicherung, die bislang für die gesamte Vertragslaufzeit festgeschrieben sind. Zur Jahresmitte will die Allianz hier neue Versicherungsmodelle anbieten.

Das Zahlenwerk sei besser als erwartet, kommentierte Thorsten Wenzel, Analyst bei der DZ Bank. Auch wenn die Allianz vor allem von Auflösungen von Rückstellungen profitiere. Etwas enttäuschend sei, dass die Aktionäre trotz des starken Ergebnisses keine höhere Dividende bekämen. Sie soll 4,50 Euro pro Aktie betragen - wie im Vorjahr.

Die Allianz-Aktie verlor am Vormittag 0,8 Prozent, während der Dax an sich 1,5 Prozent einbüßte. Generell hat das Papier seit Jahresbeginn an Dynamik verloren. Auf die vergangenen zwölf Monate gesehen hat es 14 Prozent zugelegt.

Stand: 21.02.2013, 11:00 Uhr

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