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Versicherungen

Regnende Euroscheine und -münzen

Überzeugende Quartalsbilanz

Allianz schüttet reichlich aus

Stand: 07.11.2014, 15:20 Uhr

Die Dividende ist für den Versicherungs-Konzern wichtiger als Zukäufe. Die Allianz will künftig einen größeren Gewinnhappen für die Anteilseigner bereitstellen. Dazu lieferte der Versicherungs-Konzern am Freitag noch gute Quartalszahlen - das Unternehmen erntet Lob, die Aktie steigt.

Das ist doch mal eine Ansage: In Zukunft soll es keine sinkenden Dividenden bei der Allianz geben. Mindestens die Hälfte des Gewinns soll an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Bislang lag die Quote bei "in der Regel 40 Prozent". Sollte ein Jahr einmal weniger Erträge liefern, wird nach dem Beschluss des Versicherungsriesen der Dividendenanteil am Gewinn einfach erhöht.

Übernahmen nicht dringend

Zusätzlich zur regulären Dividende sollen Mittel, die man für Zukäufe bereitgestellt, aber nicht abgerufen hat, ebenfalls an die Anteilseigner ausgeschüttet werden, und zwar im Dreijahresrhythmus. Offenbar ist die Allianz ohnehin nicht auf schnelle Übernahmen im Markt der Versicherer aus. Laut Finanzvorstand Dieter Wemmer sind viele der zum Verkauf stehenden Unternehmen schlicht zu teuer, Verkäufer könnten zurzeit "exorbitante Preise" erzielen, so der Manager.

Aktie legt zu, Deutsche Bank empfiehlt zum Kauf

Allein diese Nachricht gab der Allianz-Aktie am späten Donnerstagabend schon einmal Rückenwind. Am Freitag ist das Papier einsamer Spitzenreiter im Dax. Das dürfte auch an einer Reihe von positiven Analystenkommentaren liegen. So hat die Deutsche Bank die Aktie erneut zum Kauf empfohlen. Das Kursziel lautet 145 Euro. Die Commerzbank bietet sogar 154 als Zielvorgabe auf. Unisono für einen Kauf halten das Papier des Versicherers auch die Societe General, Equinet und die DZ Bank.

Kennzahlen besser als erwartet

Allianz: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
157,25
Differenz absolut
-1,20
Differenz relativ
-0,76%

Das Dax-Schwergewicht hatte seine Quartalsbilanz nach Börsenschluss präsentiert. Dazu kam aber auch ein durchaus überzeugendes drittes Quartal: Operativ verdiente das Unternehmen mit 2,65 Milliarden Euro klar mehr als von Analysten erwartet, das bedeutet einen Zuwachs um fünf Prozent. Unter dem Strich lag das Nettoergebnis mit 1,6 Milliarden Euro sogar elf Prozent über dem des Vorjahreszeitraums.

Der Umsatz kletterte um 14,5 Prozent auf 28,8 Milliarden Euro, wie die Gewinne lagen auch die Erlöse über den Markterwartungem.

Kerngeschäft brummt

Für Stabilität in der Wachstumsbilanz der Allianz sorgten wieder die Kernsparten: Die Schaden- und Unfallversicherungen etwa legten beim operativen Ergebnis 15 Prozent zu; aber auch die Kranken- und Lebensversicherungen spielten operativ mehr ein als im Vergleichszeitraum.

Allein die Vermögensverwaltung mit der Fonds-Tochter Pimco bleibt weiterhin das Sorgenkind des Konzerns. Die Kapitalabflüsse hielten auch in den vergangenen Monaten an. Im September, dem letzten Monat des Berichtsquartals, lagen sie allein bei 23,5 Milliarden Dollar. Der operative Ertrag rutschte dadurch um acht Prozent auf 694 Millionen Euro zurück.

10,5 Milliarden im Visier

Am Ergebnisziel, operativ im Gesamtjahr 10,5 Milliarden Euro zu verdienen, hielt Finanzvorstand Dieter Wemmer indes fest. Noch eine positive Überraschung, denn Analysten hatten dem Konzern zuletzt eher 10,3 Milliarden Euro bei der wichtigen Ergebnisgröße zugetraut.

AB

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