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Wochenausblick

Hingucker der Woche

Gedämpfte Erwartungen

Alle Blicke auf den Euro

von Robert Minde

Stand: 20.03.2016, 12:42 Uhr

Nach den Notenbanken blickt der Markt wieder auf die Fundamentaldaten. Der Euro ist dabei die große Unbekannte.

Denn nichts schadet der exportlastigen deutschen Wirtschaft mehr als ein Euro, der immer stärker wird. "Wertet die Gemeinschaftswährung weiter auf, fürchten Anleger eine Belastung für die exportstarke deutsche Industrie", sagt NordLB-Analyst Tobias Basse. "Um Aktien werden Investoren dann lieber einen Bogen machen."

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Nach einem starken Euro sieht es aber derzeit aus, denn die Notenbanken würden als Thema uninteressanter, betont Dirk Rogowski, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Veritas Investment. "Nun kommen wir zurück zu den eigentlichen Fakten, die Märkte bewegen. Und das sind nun einmal realwirtschaftliche Daten und Entwicklungen."

Geldpolitik nicht so sehr im Fokus

Dies um so mehr, als das zahlreiche Marktbobachter den Einfluss der Geldpolitik auf die Märkte tendenziell schwinden sehen. Der Grenz-, also der Zusatznutzen weiterer Lockerungsmaßnahmen, nimmt ab, und damit fehlt der Börse ein wichtiger Treiber. "Die Notenbanken scheinen zunehmend an Einfluss auf die Aktienmärkte zu verlieren", kommentieren die Experten der DZ-Bank die nur kurzlebigen Impulse der Europäischen Zentralbank (EZB) und auch von den US-Währungshütern für die Börsen.

Unterschätzen darf man die Notenbanker aber auch nicht, denn in Amerika werden sich mit Charles Evans von der Fed of Chicago und James Bullard aus St. Louis zwei prominente US-Vertreter zu Wort melden. Ob sie sich aber grundsätzlich anders äußern als jüngst Fed-Chefin Janet Yellen ist aber wohl eher unwahrscheinlich.

Verschnaufpause?

Kein Wunder also, dass nicht unbedingt Wundertaten in der kommenden Woche erwartet werden, die zudem wegen des Karfreitags noch verkürzt ist. "Viele Aktienmärkte sind etwas heiß gelaufen", konstatiert die Bernecker-Publikation "Die Termin-Börse". Auch die Wertpapierspezialisten der DZ Bank mahnen zur Vorsicht: Nach dem schwachen Jahresstart und der anschließenden, rasanten Aufholjagd "ist zunächst ein Luftholen des Marktes nicht auszuschließen".

Ergebnisse aus der zweiten Reihe

Unternehmensseitig ist der Großteil der Bilanzsaison abgearbeitet, neue Zahlen stehen nur noch aus der zweiten Reihe auf der Agenda. Für Beachtung wird aber am Montag mal wieder Apple sorgen. Der Kultkonzern stellt ab 19:00 Uhr MEZ neue Produkte vor.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Am Donnerstag könnte es zudem für Volkswagen eng werden, wenn in San Francisco die Anhörung zur Massenklage gegen VW weitergeht. Richter Charles Breyer hatte im Februar ein Ultimatum bis zum 24. März gesetzt - bis dahin müssen VW und die Umweltbehörde EPA erklären, ob sie sich über einen Fahrplan zur Reparatur von Hunderttausenden von Diesel-Fahrzeugen geeinigt haben.

Interessanter wird es bei den anstehenden Konjunkturzahlen. Mit dem Ifo-Geschäftsklimaindex und Einkaufsmanagerdaten aus Deutschland, Europa und den USA stehen am Dienstag wichtige Termine auf der Agenda. Für Deutschland wird zudem noch der GfK-Konsumklimaindex am Donnerstag erwartet.

Am Montag treten zudem die bereits bekannten Änderungen zur Zusammensetzung der Indizes der Deutschen Börse in Kraft. Das Medienunternehmen ProsiebenSat.1 wird dann unter anderem erstmals im Dax gehandelt werden und ersetzt die Kasseler K+S AG.

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