Seitenueberschrift

Aktie des Tages

Wüstenrot & Württembergische: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Neu im Kleinwerteindex

Wüstenrot & Württembergische bereichert den SDax

Stand: 11.03.2016, 09:29 Uhr

Die Bausparkasse Wüstenrot ist zwar bundesweit bekannt, der dahinter stehende Finanzkonzern aber weniger. Mit dem Einzug in den SDax wird der an der heimischen Börse unterrepräsentierte Finanzsektor in Deutschland gestärkt.

Denn anders als in vielen europäischen Staaten gleicht der deutsche Finanzsektor einem Flickenteppich. Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, meist staatlich beeinflusst, dominieren das Geschäft. Zudem sind viele kleinere und mittlere Versicherungsgruppen in der Form eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit unterwegs.

Von Börsennotierung oder nationalem Champion wie in vielen anderen Ländern jedenfalls keine Spur. Auch Großunternehmen wie Deutsche Bank, Commerzbank oder Allianz ändern an diesem Gesamtbild nichts.

Streubesitz erweitert

Denn abseits dieser Dickschiffe kommt nicht mehr viel auf dem deutschen Kurszettel. Mit der Wüstenrot & Württembergische, die ab dem 21. März neu in den SDax einzieht, wird zwar kein nationaler Champion geschaffen, die Palette der eher wenigen börsennotierten deutschen Finanzwerte wird aber erfreulich erweitert.

Zentrale von Wüstenrot & Württembergische in Ludwigsburg

Wüstenrot & Württembergische. | Bildquelle: Unternehmen

Die Gesellschaft operiert in den beiden Geschäftsfeldern BausparBank und Versicherung und entstand in der jetzigen Form 1999 aus dem Zusammenschluss der Traditionsunternehmen Wüstenrot und Württembergische. Zum Konzern gehört seit dem Jahr 2005 auch die Karlsruher Versicherung. Der Sitz ist in Stuttgart.

Möglich gemacht hat den Einzug des Unternehmens in den SDax die Erweiterung des Streubesitzes auf aktuell 20,27 Prozent. Großaktionär UniCredit (genauer gesagt die Tochter HypoVereinsbank) hat jüngst seinen Anteil von 7,56 Prozent verkauft. Die Marktkapitalisierung liegt bei 1,82 Milliarden Euro.

Institutionelle Aktionäre

Ansonsten ist das Unternehmen fest in institutioneller Hand. Unangefochtener Mehrheitsaktionär ist mit 66,31 Prozent die Wüstenrot-Holding. Sie wird getragen von der 1990 gegründeten Wüstenrot-Stiftung, die wiederum aus dem 1921 gegründeten Verein "Gemeinschaft der Freunde", der Gründerin und Trägerin der ersten deutschen Bausparkasse, hervorging. Die Stiftung widmet sich ausschließlich gemeinnützigen Projekten.

Der zweite Großaktionär ist ein alter Bekannter. Lutz Helmig, der Gründer der Helios-Kliniken, der zuletzt an Fresenius verkauft hat. Er hält über seine Finanzholding Horus derzeit 13,42 Prozent der Stimmen.

Auf Rekordkurs

Alexander Erdland, Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe

Alexander Erdland. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der Einzug in den SDax steht unter einem guten Stern. Denn im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 hat der Konzern so viel Geld verdient wie noch nie. Das Konzernergebnis legte um 14 Prozent auf 274 Millionen Euro zu. Vor allem das Versicherungsgeschäft trug maßgeblich zum guten Ergebnis bei. Trotz Niedrigzinsen legte auch das Bauspargeschäft zu. Die im Neugeschäft erzielte Bausparsumme stieg von 13,3 auf 14,1 Milliarden Euro.

Vorstandschef Alexander Erdland, der auch Sprecher des Versicherungs-Branchenverbandes GDV ist, zeigte sich dem Erreichten sehr zufrieden: "Es ist uns in den letzten zehn Jahren gelungen, das Jahresergebnis zu verzwölffachen und aus eigener Kraft mehr als eine Milliarde Euro an zusätzlichem Eigenkapital aufzubauen."

Aktie auf erhöhtem Niveau seitwärts

Die jüngsten Turbulenzen an den Märkten sind auch an an der W&W-Aktie nicht spurlos vorbeigegangen. Aber die Februar-Schwäche wurde schnell wieder ausgeglichen. Aktuell konsolidiert die Aktie auf hohem Niveau in der Nähe des Jahreshochs von 20,05 Euro. Das Jahrestief lag im vergangenen Juli bei 15,36 Euro.

rm

Darstellung: