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US-Erfolgsstory

Whole Foods: Bio-Frische fürs Depot

Angela Göpfert

Plus 230 Prozent in nur drei Jahren - das geht! Mit der Aktie von Whole Foods konnten Anleger vom Bio-Boom in den USA zuletzt glänzend profitieren. Der Chart der US-Biosupermarktkette sieht nach wie vor fantastisch aus.

Whole-Foods-Filiale am Columbus Circle in New York City

Whole-Foods-Filiale am Columbus Circle in New York City

Erst am Montag markierte die Aktie von Whole Foods bei 98,49 Dollar ein neues Allzeithoch und sandte damit ein technisches Kaufsignal. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Kursrally, deren Startschuss Ende 2008 fiel. Damals markierte die Whole-Foods-Aktie bei 7,04 Dollar ein Elf-Jahres-Tief.

Dritte Prognoseanhebung

Der langjährige Aufwärtstrend ist nach wie vor intakt. Die Aktie notiert überdies deutlich über der 200-Tage-Linie. Blickt man ein paar Wochen zurück, so ist überdies das Breakaway-Gap von Ende Juli bemerkenswert.

Whole Foods: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum Intraday
Kurs
103.77
Differenz absolut
1.73
Differenz relativ
+1.70%

Damals wartete Whole Foods mit der bereits dritten Prognoseanhebung in diesem Jahr auf, was den Aktienkurs regelrecht explodieren ließ. Zusammen mit der Markierung eines neuen Rekordhochs lässt die Charttechnik daher auf weitere Kursgewinne der Whole-Foods-Aktie hoffen. Demnächst sollte die psychologisch bedeutsame Marke von 100 Dollar in Angriff genommen werden.

Rasantes Wachstum

Fundamental ließe sich dies bestens begründen. Schließlich kann die bereits 1980 gegründete Bio-Supermarktkette Quartal für Quartal die Erwartungen der Analysten übertreffen und zweistellige Wachstumsraten vorweisen. Walter Robb, CEO von Whole Foods, rechnet für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum von 15,6 bis 15,8 Prozent.

Zum Vergleich: Laut einer Studie der Analysten von IbisWorld wird der branchenweite Umsatz im Lebensmittelmarkt in diesem Jahr gerade einmal um 0,4 Prozent wachsen.

Mehr als nur Apfel und Banane

Tatsächlich stopft Whole Foods im US-Lebensmittelmarkt eine Lücke, die sich viele Europäer so sicherlich gar nicht vorstellen können. Denn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es selbst heute immer noch viele "Food Deserts".

In diesen "Lebensmittelwüsten" sind frische Waren rar. Der Verbraucher bekommt hier vielleicht noch einen Apfel oder eine Banane. Darüber hinaus ist die Auswahl an frischem Obst und Gemüse aber sehr begrenzt. Stattdessen: Fertiggerichte, wohin man auch blickt.

Alles hat seinen Preis

Kein Wunder, dass Whole Foods vor allem an den kleineren Standorten, die bislang noch von Discount-Supermärkten dominiert werden, noch ordentliches Expansionspotenzial ausmacht. Mit derzeit 329 Filialen ist Whole Foods der Marktführer in der Biobranche. Auf längere Sicht sollen bis zu 1.000 Filialen dem gestiegenen Ernährungsbewusstsein mancher Amerikaner entgegenkommen.

Diese Erfolgsstory hat an der Börse aber mittlerweile auch ihren Preis. Mit Blick auf die rasante Kursentwicklung wundert es kaum, dass auch die Bewertungen mächtig angezogen haben. So ist die Whole-Foods-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (gemessen an den Prognosen für das laufende Geschäftsjahr) von 39 nach gängigen Kriterien sicherlich kein Schnäppchen mehr.

Stand: 12.09.2012, 09:22 Uhr