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SMA Solar: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Enttäuschung über Jahresziele

SMA: Wo Licht ist, ist auch Schatten!

Stand: 29.01.2016, 11:54 Uhr

Vor zwei Tagen hatte der Solarzulieferer aus Kassel mit der Rückkehr in die Gewinnzone für Jubel an der Börse gesorgt. Nun aber ist die Begeisterung der Ernüchterung gewichen. Der Ausblick auf 2016 gefällt den Anlegern gar nicht.

Die jüngste kräftige Kurserholung von SMA Solar ist am Freitag jäh gestoppt worden. Zeitweise sackte der TecDax-Titel um bis zu elf Prozent ab. Gegen Mittag beträgt das Minus noch rund acht Prozent.

Der Hersteller von Wechselrichtern hat am Freitag im Rahmen des Investorentags seine Ziele für das laufende Jahr bekannt gegeben. Demnach soll das operative Ergebnis (Ebit) kräftig steigen auf 80 bis 120 Millionen Euro. Der Umsatz dürfte bei 950 Millionen bis 1,05 Milliarden Euro stagnieren.

"Gewinnziel unter den Erwartungen"

Analysten zeigten sich enttäuscht. Sie hatten mit einem optimistischeren Ausblick gerechnet. "Vor allem das Gewinnziel liegt deutlich unter den Erwartungen", klagte ein Börsianer. Die Experten hatten für 2016 ein Ebit von 123 Millionen Euro und ein Umsatz von 1,07 Milliarden Euro vorausgesagt.

Ein Marktteilnehmer hatte jedoch bereits mit einer vorsichtigen Jahresprognose von SMA gerechnet. Dies verschaffe dem Unternehmen Spielraum für eine Anhebung der Ziele im Lauf des Jahres. So machte es SMA bereits im vergangenen Jahr. Vor diesem Hintergrund dürften die Marktschätzungen für das operative Ergebnis zu erreichen sein, glaubt der Börsianer. Den aktuellen Kursrutsch hält er für übertrieben.

Turnaround geschafft

Die Aktie war ohnehin zuletzt extrem stark gelaufen. In den letzten zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als vervierfacht. SMA Solar war damit der absolute Outperformer im TecDax.

Dank einer starken Nachfrage besonders in Japan, Indien und den USA schaffte SMA 2015 den Sprung zurück in die schwarzen Zahlen. Die Kasseler verdienten operativ zwischen 30 und 33 Millionen Euro. Der Umsatz lag bei rund einer Milliarde Euro. Endgültige Zahlen will der Solarfirma am 30. März enthüllen.

Sparkurs zeigt Wirkung

Beleuchtetes Logo an der Unternehmenszentrale von SMA-Solar in Niestetal

Unternehmenszentrale von SMA-Solar in Niestetal. | Quelle: picture-alliance/dpa

Der wegen des Preisdrucks und der zunehmenden Konkurrenz aus Asien ins Wanken geratene Branchenriese hatte Anfang 2015 ein Sparprogramm mit massiven Stellenstreichungen auf den Weg gebracht. Wechselrichter sind das Herzstück einer Solaranlage und wandeln den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, der ins Netz eingespeist werden kann.

SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon erwartet für 2016 einen weltweiten Anstieg des Photovoltaikmarkts auf 60 Gigawatt (GW). Da das Wachstum aber überwiegend in den Regionen mit dem größten Preisdruck stattfinden werde, rechnet er lediglich mit einem moderaten Umsatzanstieg für die Photovoltaik-Wechselrichtertechnologie auf 4,9 Milliarden Euro.

Auf dem heutigen Kapitalmarkttag in Kassel skizziert SMA seine künftige strategische Ausrichtung. Außerdem wird erstmals der Sunny Boy Storage präsentiert, Wechselrichter für die Hochvolt-Batterien wie die Powerwall von Tesla. Batteriespeicher gelten in der Solarindustrie als eines der aussichtsreichsten Geschäftsfelder in der Zukunft.

nb

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