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Übernahme

SMA Solar zapft in China die Sonne an

Angesichts der wachsenden asiatischen Billig-Konkurrenz wagt der Solar-Zulieferer SMA Solar die Flucht nach vorn. Die Nordhessen steigen mit einem Zukauf in den chinesischen Markt ein. Die Anleger finden das gut.

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Bisher war das Reich der Mitte ein weißer Fleck auf der Landkarte von SMA Solar. Noch Anfang Oktober hatte SMA-Chef Pierre Pascal Urbon über den geschlossenen Markt in China geklagt. "Leider ist das Land für internationale Anbieter nicht zugänglich", haderte er im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Mehrheit an Jiangsu Zerversolar erworben

SMA Solar: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Nun hat der weltgrößte Wechselrichter-Hersteller doch eine offene Tür nach China gefunden. Das Unternehmen aus Niestetal bei Kassel hat am Donnerstagabend angekündigt, die Mehrheit (72,5 Prozent) am chinesischen Konkurrenten Jiangsu Zeversolar New Energy zu kaufen. Die Übernahme finanziert SMA aus Barmitteln. Der Unternehmenswert von Jiangsu Zeversolar beträgt umgerechnet rund 40 Millionen Euro abzüglich Verbindlichkeiten.

Experten begrüßten den Deal. "Der Eintritt auf den chinesischen Markt ist der richtige Schritt", meinte Analyst Joachim Zwicky vom Zentrum für Solarmarktforschung (ZSF). Nur über ein Joint-Venture oder eine Mehrheitsbeteiligung ließen sich die Markteintrittsbarrieren nicht überwinden. Ein chinesischer Standort biete zudem die Chancen zur kostengünstigen Fertigung.

Analysten uneins

Auch Commerzbank-Analystin Lauren Licuanan sieht die Transaktion positiv. Der Zulieferer bekomme auf diesem Wege einen Fuß in den chinesischen Markt und die Vertriebskanäle. DZ-Bank-Analyst Sven Kürten hingegen zweifelt daran, ob der Schritt sich auszahle. Denn China sei ein hart umkämpfter Markt, in dem Zeversolar nur einen kleinen Marktanteil habe. Er glaube nicht, dass SMA den großen Druck in den europäischen Kernmärkten mit dieser Akquisition kompensieren könne.

Der Weltmarktführer bei Wechselrichtern leidet zunehmend unter der Konkurrenz aus USA und Asien. Power One aus den USA, Kaco New Energy und Sungrow aus China versuchen, den Deutschen Marktanteile abzujagen. "Immer mehr chinesische Unternehmen drängen auf den deutschen Markt vor", weiß ZSF-Analyst Zwicky. "Die führende Marktposition von SMA Solar erodiert." Tatsächlich ist der Marktanteil der Nordhessen von 40 auf 30 Prozent gefallen.

Aktie schießt nach oben

Noch schreibt das TecDax-Unternehmen schwarze Zahlen – im Gegensatz zu den meisten anderen Solarfirmen. Allerdings ist der Gewinn zuletzt dramatisch eingebrochen – im dritten Quartal um die Hälfte. Für das Gesamtjahr peilt SMA ein operatives Ergebnis von 100 bis 150 Millionen Euro an.

Die Übernahme stößt an der Börse auf positive Resonanz. Die SMA-Aktie schießt um zeitweise sieben Prozent nach oben. Inzwischen hat sich das Plus auf gut drei Prozent verringert.