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Trotz mauem Ausblick für 2013

MüRü-Aktie von allen Katastrophen verschont

Die Aktie des weltgrößten Rückversicherers scheint mit einem Schutzengel gesegnet. Wirbelsturm Sandy und andere Naturkatastrophen konnten ihr nichts anhaben. In aller Seelenruhe ist das Wertpapier gerade auf ein neues Rekordhoch zugesegelt.

Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzende der Münchener Rück AG (Munich Re), lachend bei der Hauptversammlung seines Unternehmens. (Quelle: pa/dpa)

MüRü-Chef Nikolaus von Bomhard hat gut lachen, angesichts der Kursentwicklung der Aktie

Nun ist der Dax-Titel mit 146,10 Euro einem neuen Zehn-Jahres-Hoch nah. Das letzte markierte er vergangenen Freitag und schoss dabei auf bis zu 146,70 Euro. Schon Mitte vergangenen Jahres hatte die Aktie deutlich angezogen.

Nachdem die MüRü-Aktie Anfang des Jahres erst einmal zwei Monate auf der Stelle getreten war, hatte sie noch einmal Vollgas gegeben. Die 200-Tage-Linie hat sie mittlerweile schon weiter unter sich zurückgelassen.

Von ihrem Allzeithoch bei 397,73 Euro Ende 2000 ist die Aktie dagegen noch meilenweit entfernt. Aber immerhin hat sie innerhalb der vergangenen zehn Jahre um ganze 89,2 Prozent zugelegt. Und womöglich könnte diese Rally genauso weitergehen. Schließlich weist der Versicherertitel mit 9,0 auf Basis des für 2013 geschätzten Gewinns noch ein relativ niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis auf.

2013 scheint die Glückssträhne zu Ende

Dabei dämpfte der Münchener Rückversicherer in Hinblick auf das laufende Jahr gerade die Erwartungen. 2013 dürfte weniger erfolgreich sein als das Jahr davor, erklärte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard: "Für 2013 streben wir ein Ergebnis von annähernd drei Milliarden Euro an", sagte er. Trotzdem übertrifft der weltgrößte Rückversicherer damit aber noch die Markterwartungen. Denn Analysten waren nur von 2,8 Milliarden Euro ausgegangen.

In der zinsschwachen Phase kalkuliert der Konzern mit einem Rückgang der Rendite auf seine Kapitalanlagen auf 3,3 Prozent. 2012 waren es noch 3,9 Prozent. Dennoch sind 86 Prozent der Kapitalanlagen in festverzinslichen Wertpapieren angelegt und nur 3,4 Prozent in Aktien. Erst 2014 dürfte sich die Lage bessern, vermutet Bomhard, und der Überschuss wieder steigen.

Das vergangene Jahr hatten die Münchener trotz Hurrikan Sandy dank lukrativer Börsengeschäfte überraschend profitabel abgeschlossen. Wie sie bereits Anfang Februar bekannt gegeben hatten, haben sie unter dem Strich 3,2 Milliarden Euro verdient. Den Aktionären winkt eine auf sieben Euro erhöhte Dividende – und damit so viel wie noch nie.

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