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Aktie des Tages

Nun geht’s ans Eingemachte

MDax-Aktie Puma: Weniger Lifestyle, mehr Sport

Der Sportmodekonzern Puma steckt in einem Umbau. Im Vordergrund soll nun statt Lifestyle wieder mehr das Kerngeschäft stehen, der Sport. Der neue Chef Björn Gulden, ein Ex-Fußballer, könnte damit auch die träge gewordene Aktie zurück auf den Trimm-Dich-Pfad befördern.

Ihre besten Zeiten scheint die einstige Sportskanone im Moment hinter sich zu haben. 2007 schoss sie auf 351,70 Euro hoch und erreichte damit ihr Allzeithoch. Danach folgte der Einbruch. In zwei Jahren ging es bergab auf 101,47 Euro. Seitdem hat sich die Puma-Aktie erholt und pendelt seit Jahren um die 230-Euro-Marke.

Weniger Wildwuchs, mehr Tempo

Zuletzt waren es die für Analysten überraschend guten Zahlen des Konkurrenten Nike, die die Aktie etwas anschoben. Damit das MDax-Mitglied weiter an Dynamik gewinnt, muss aber auch der Konzern Experten zufolge an Tempo zulegen.

Puma Fußballschuh von Pelé 1970

Die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien steht 2014 schon bevor

Davon geht selbst Verwaltungsratschef Jean-François Palus aus. "Vom Design eines Schuhs bis zur Auslieferung vergehen häufig anderthalb Jahre", bemängelte der Manager gegenüber dem "Handelsblatt". Dieser Entwicklungsprozess müsse schneller und flexibler gestaltet werden. Seine Forderung hat der Puma-Aktie zu Beginn des Handels zu einem weiteren Kursplus von 1,7 Prozent verholfen.

Die Kritik von François-Henri Pinault, dem Chef des Mutterkonzerns Kering, fiel vor einigen Wochen noch heftiger aus. "Wildwuchs und die geographische Zersplitterung" seien zu bekämpfen. Das Unternehmen müsse vereinheitlicht und verschlankt werden.

Will Pumas-Großaktionär noch mehr Macht?

Nun soll Björn Gulden als neuer Puma-Chef das Produktportfolio straffen und sich neben dem Lifestyle-Geschäft wieder mehr auf den Sport konzentrieren. Das hält Ingbert Faust, Analyst bei Equinet, für sinnvoll. Aber bis der Konzern mit dem Raubkatzen-Logo operativ wieder auf dem richtigen Kurs ist, dürfte es bis 2014 dauern, schätzt Faust. Erst dann sieht er auch für die Aktie neues Potenzial.

Es könnte aber sein, dass Großaktionär Kering seine Puma-Anteile von bisher 80 Prozent, wie bisher, weiter aufstockt. Mittelfristig könnte sogar ein Squeeze-out bevorstehen, vermutet Faust und stellt fest: "In diesem Fall würde die Nachfrage nach Puma-Aktien deutlich steigen."

um

Stand: 01.07.2013, 10:37 Uhr

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