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Luftfahrt

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Spritrechnung niedriger, Gewinne höher

Lufthansa-Aktie relativ stark

Stand: 11.01.2016, 09:27 Uhr

Noch vor Monaten eines der "Kellerkinder" im Dax - und nun seit Wochen extrem robust: Die Lufthansa-Aktie macht Anlegern wieder Spaß. Umso mehr, wenn jetzt auch noch fundamental gute Nachrichten kommen.

Am Montag wird der Titel einmal von ersten Gewinnmitnahmen leicht ins Minus gedrückt. Doch die Bilanz der vergangenen Handelstage ist erstaunlich: Seit Jahresbeginn hat der Dax rund sechs Prozent eingebüßt, die Airline-Aktie aber im gleichen Zeitraum fast zwei Prozent gewonnen. Auf Sicht der vergangenen drei Monate das gleiche Bild: Die Aktie des einstigen Dax-Tieffliegers hängt den Index um fast zehn Prozent ab.

Kurzfristig ganz schön stark

In der Technischen Analyse wird das Phänomen als "Relative Stärke" bezeichnet. Die neue Stärke der Lufthansa resultiert einerseits sicherlich aus einem Nachholbedarf des Papiers nach langer Talfahrt. Die Aktie notiert heute noch immer um fast 20 Prozent unter dem Niveau von vor fünf Jahren. Der Dax hat im gleichen Zeitraum einen Sprung von mehr als 40 Prozent geschafft.

Die strukturellen Probleme des Unternehmens bleiben weiterhin bestehen: Harte Konkurrenz durch die internationalen Carrier, insbesondere vom persischen Golf, aber auch durch Billigairlines wie Ryanair. Aber auch mit internen Strukturen, vergleichbar hohes Lohnniveau im Cockpit und in der Kabine, hat das Unternehmen weiterhin zu kämpfen.

Spirtrechnung als Stimmungsaufheller

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Woche
Kurs
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Aber inzwischen mehrern sich die Zeichen der Besserung. Die Tochter Eurowings wird als Günstig-Airline in Stellung gebracht. Und die Ertragssituation hat sich durch die Tiefstpreise bei Rohöl und damit auch Kerosin deutlich aufgehellt. Dazu konnte das Unternehmen am Wochenende auch konkrete Zahlen nennen: Die Treibstoff-Kosten werden nach Unternehmensschätzungen 2016 rund 4,9 Milliarden Euro betragen, das sind 800 Millionen Euro weniger als im vergangenen Jahr. Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent ist binnen eines Jahres um rund 40 Prozent gesunken.

Und die Lufthansa hat nach eigenen Angaben Vorkehrungen getroffen, um die Tankrechnung für das laufende, aber auch das kommende Jahr deutlich zu senken. Drei Viertel des Kerosinbedarfs für 2016 wurden über Geschäfte am Terminmarkt bereits "gehedged", also der niedrigere Preis fixiert. Für das Jahr 2017 wurde ein Drittel der erwarteten Spritkosten über diese Geschäfte abgesichert.

Schwenk in Richtung Expansion

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Im laufenden Jahr geht die Lufthansa davon aus, das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Steuern und Zinsen, Ebit) des Jahres 2015 zu übertreffen. Das liegt laut Unternehmenschätzungen bei bis zu 1,95 Milliarden Euro. Gleichzeitig weitet das Unternehmen 2016 die Kapazitäten erstmals seit mehreren Jahren wieder deutlicher aus: Nach einem Zuwachs von nur zwei Prozent im vergangenen Jahr sollen sie um sieben Prozent ausgeweitet werden. Die Lufthansa schwenkt also auf Expansionskurs ein.

Experten mit viel Zuversicht

Analysten sind schon seit einigen Wochen sehr wohlwollend mit der Lufthansa-Aktie. Kepler Cheuvreux traut dem Titel, der derzeit bei knapp 15 Euro steht, einen Kurs von 17,50 Euro zu. Die Experten der Schweizer UBS gehen noch deutlich weiter: In einer aktuellen Branchenstudie haben sie ihr Kursziel noch einmal angehoben und halten nun sogar 19,50 Euro für möglich.

AB

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