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Rumble im Ruhrpott
KlöCo-Aktie schwingt wild herum
Einem Medienbericht zufolge will der Baustoffspezialist Knauf sein Aktienpaket beim Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co weiter aufstocken. Die Investoren dürfen jetzt darüber rätseln, was hinter der Aktion stecken könnte.
Am Dienstag hatte das KlöCo-Papier einen zweistelligen Satz nach oben gemacht. Die Essener Stahlhandelsgesellschaft Knauf Interfer des Baustofflieferanten Albrecht Knauf hatte mitgeteilt, dass sie ein Aktienpaket von 7,8 Prozent an Klöckner & Co erworben habe. Damit ist man dort mit Abstand größter Einzelaktionär.
Aktie schafft die Wende
Jetzt darf spekuliert werden: Das "Handelsblatt" berichtet in der aktuellen Ausgabe, dass Knauf seine Beteiligung auf mindestens 25 Prozent erhöhen wolle. Die Journalisten berufen sich dabei auf sogenannte Branchenkreise. Dabei solle die Marke von 30 Prozent aber nicht überschritten werden, denn dann wäre ein Übernahmeangebot fällig, heißt es weiter.
Die Aktie reagierte am Morgen zumindest auffällig. Nach frühen Verlusten, die unter anderem mit der schwachen Marktlage zusammen hängen mögen, schaffte die Aktie den Sprung ins Plus – eigentlich die zu erwartende Reaktion auf die möglicherweise neue Nachfrage. Jedenfalls wenn der Bericht zutreffen sollte. Derzeit liegt sie mit mehr als einem Prozent Plus an der Spitze des MDax und kostet 10,71 Euro. Der Index mittelgroßer Werte fiel zeitgleich um nahezu anderthalb Prozent zurück.
Was will Knauf?
Knauf hatte die Beteiligung an Klöckner & Co als "strategische Investition" bezeichnet. Bei Knauf ist der Stahlhandel bisher eher ein Randgeschäft. Laut "Handelsblatt" könnte Interfer mit Klöckner fusioniert werden. Die Duisburger würden dann voraussichtlich Interfer übernehmen, schreibt das Blatt. Beide zusammen kämen auf einen Jahresabsatz von rund acht Millionen Tonnen Stahl. Interfer ist mit etwa einer Million Tonnen der deutlich kleinere Akteur.
Die Commerzbank hat heute die Einstufung für KlöCo auf "Reduce" mit einem Kursziel von 10,30 Euro belassen. Für Analyst Ingo-Martin Schachel mache eine Übernahme von Interfer durch KlöCo aus Branchensicht Sinn. Die beiden Firmen ergänzten sich sowohl geographisch als auch mit Blick auf die jeweiligen Stärken und Schwächen, schreibt er.
"Übertriebene Rally"
Der Citigroup-Analyst Thomas O'Hara stufte die Aktie sogar von "Neutral" auf "Sell" herunter und beließ das Kursziel bei 9,50 Euro. Aufgrund der Übernahmespekulationen habe die Aktie sein unverändertes Kursziel überschritten. Die Rally sei aber übertrieben und ignoriere die Fundamentaldaten, begründete der Experte die Herabstufung des Titels.
Der von Knauf kontrollierte Stahlhändler Interfer sei nur ein kleinerer Wettbewerber, der nun lediglich knapp acht Prozent der Anteile halte. Es sei deshalb nur schwer nachvollziehbar, warum Klöckner & Co kurz vor einer Übernahme stehen sollte.
Stand: 21.02.2013, 10:37 Uhr