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Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday

Apple zieht nach - Bezahlen mit dem iPhone

Kann Apple weiter zünden?

Stand: 01.09.2014, 08:38 Uhr

Das iPhone 6, das nächste Woche auf den Markt kommt, soll eine digitale Geldbörse haben. Bezahlen kann man dann mit Apples neuem Smartphone einfach: per Fingerabdruck. Ob das die Apple-Aktie weiter belebt? Oder nähert sie sich ihrem Zenit?

Apple hat sich mit den großen Kreditkarten-Anbietern Visa, Mastercard und American Express zusammen getan, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntagabend und beruft sich auf Informationen von Insidern. Das iPhone 6 werde mit einem Mobil-Bezahldienst vorgestellt, wobei der Nutzer Zahlungen per Fingerabdruck auf dem iPhone-Sensor bestätigen können.

Nachzügler Apple

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Das Technologieblog "Recode" hatte bereits von einem Deal zwischen Apple und American Express berichtet. Apple will seine Neuheiten am 9. September vorstellen – das dürfte auch der Tag des neuen iPhone-Modells sein, das den so genannten NFC-Nahfunk unterstützt, auf den die Finanzbranche für kontaktlose Bezahlsysteme setzt.

Apple iPhone 5C

Das iPhone 5C gibt es bereits mit Touch ID. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Apple-Chef Tim Cook hatte bereits vor einiger Zeit gesagt, der Fingerabdruck-Sensor mit Namen "Touch ID", der vor einem Jahr beim iPhone 5s eingeführt worden war, sei auch mit Blick auf mobiles Bezahlen entwickelt worden.

Doch hatte Apple die Technologie lange ignoriert, während sie in diversen Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android eingebaut wurde. Der große Apple-Rivale Samsung etwa baute in diesem Jahr bereits einen Fingerabdruck-Sensor in sein Spitzenmodell Galaxy S5 ein und verknüpfte ihn mit dem Online-Bezahldienst Paypal.

Kommt jetzt ein breiter Trend?

Bisher war das Smartphone als digitales Portemonnaie aber noch nicht zu etablieren. Gerade auch in Deutschland wird das Zahlen mit dem Handy nur zögerlich angenommen.

Das liegt teils auch an der Infrastruktur. Kreditkarten-Firmen machen sich stark dafür, das kontaktlose Bezahlen schneller in die Geschäfte zu bringen. Sie machen Druck, geeignete Terminals aufzustellen. So gab Mastercard im Juli vor, dass in Deutschland mit allen neu aufgestellten Kassen ab dem 1. Januar 2015 auch kontaktloses Bezahlen möglich sein muss. Alte Terminals in Geschäften, die Zahlungen mit der Kreditkarte akzeptieren, werden ausgetauscht oder mit einem Update versehen. Spätestens ab 2018 sollen in Deutschland alle Mastercard-Terminals auch für die NFC-Technologie bereit sein.

Apple-Aktie in Rekordlaune

Das neue iPhone könnte laut einer Schätzung von RBC Capital Markets einen absoluten Rekordstart hinlegen. Analyst Amit Daryanani rechnet bereits am ersten Verkaufswochenende mit einem Absatz von rund zehn Millionen Geräten, wie die unten stehende Grafik von Statista zeigt. Im gesamten vierten Quartal könnte das Unternehmen sogar 75 Millionen iPhones verkaufen. Fest steht: Bisher hat noch jedes neue iPhone einen besseren Start als das Vorgängermodell hingelegt.

 iPhone-Absatzzahlen innerhalb der ersten 3 Verkaufstage ab 2008

Prognosen zum iPhone 6. | Bildquelle: Statista, Grafik: boerse.ARD.de

Aus lauter Vorfreude auf das neue iPhone ist auch die Apple-Aktie auf Rekordjagd. Nach dem Tief im vergangenen Jahr und einer langen Konsolidierungsphase hat der Kurs gerade erst, am Freitag, ein neues Allzeit-Hoch erreicht. Dabei half auch der Aktiensplit im Juni, der eine Aktie in sieben Teile stückelte.

Nähert sich die Apple-Aktie ihrem Zenit?

Solche Glanzleistungen locken weitere Anleger – sorgen sie doch auch für die nötige Publicity. Großinvestor Carl Icahn freut sich über seine Zugewinne. "Ich habe immer gesagt, dass Apple einer meiner No-Brainer ist. Wer vor einem Jahr eingestiegen ist, liegt inklusive Dividende 53 Prozent im Plus", twitterte Icahn. Als "No-Brainer" gelten todsichere Deals, die sich in jedem Fall auszahlen.

Doch gerade so viel überschwängliche Freude stimmt bedenklich. Wenn jetzt im September das iPhone 6 vorgestellt wird, droht die große Enttäuschung. Denn was kommt danach? Wahrscheinlich erst einmal länger nichts. Das heißt, die ersten Aktionäre könnten das zum Anlass nehmen, ihre Buch-Gewinne zu echten Gewinnen zu machen – also: die Aktie zu verkaufen. Das wäre das Ende des Höhenflugs.

bs

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