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Technologie

GoPro: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Jahr

Starke Konkurrenz

Hat GoPro den Niedergang eingeläutet?

Stand: 06.01.2016, 12:09 Uhr

Sie sind bei Sportlern angesagt: Kameras von GoPro, robust und wasserfest. Dennoch befindet sich die Aktie seit August in einem stetigen Abwärtstrend. Entscheidend ist nun, ob die zuletzt begonnene Bodenbildung gelingt.

Pünktlich zur Technik-Messe CES in Las Vegas wurde die nächste Hiobsbotschaft für GoPro veröffentlicht: Der Kamera-Spezialist Nikon stellt seine neue Action-Kamera "KeyMission 360" vor. Mit Linsen auf Vorder- und Rückseite können 360° Aufnahmen gemacht werden. Stellte Nikon damit das neue "Spielzeug" für Sportbegeisterte vor?

Noch Anfang letzten Jahres hatte der Pionier GoPro die Firma Kolor gekauft, die auf 360°-Videos spezialisiert ist. Mit der Software von Kolor ist es möglich, Aufnahmen mehrerer Kameras zu Panorama-Bildern zu verbinden. Eine Technik, die Nikon nun mit einem Gerät bewerkstelligen kann.

Konkurrenzdruck bei GoPro

Das Unternehmen, das vorwiegend auf ein Produkt setzt, bekommt ohnehin mehr und mehr Konkurrenz: Bereits Anfang 2015 hatte Apple angekündigt, das Patent für ein Kamerasystem erhalten zu haben, das wie die GoPro-Modelle an Fahrradhelmen und Taucherbrillen befestigt werden kann.

Auch Sony hat "Action Cams" im Angebot, ebenso wie Panasonic. Mittlerweile drängen auch günstigere Modelle auf dem Markt wie beispielsweise von der Firma Sjcam aus Shenzhen.

GoPro-Kamera auf einem Motorradlenker

Gopro. | Bildquelle: Unternehmen

Das scheint den Aktionären von GoPro schon seit geraumer Zeit Sorgen zu machen - denn der Kurs des Papiers schmiert seit August kontinuierlich ab. Die Aktie hat um ein Viertel eingebüßt.

GoPro enttäuscht mit guten Zahlen

An den Zahlen des dritten Quartals kann es nicht liegen - die Umsätze waren um 43 Prozent auf 400 Millionen Dollar gestiegen, der Gewinn um 30 Prozent auf 18,8 Millionen Dollar. Doch bei einem so gehypten Kurs ist es nicht selten, dass sich Anleger und Analysten schnell enttäuscht zeigen.

Dennoch war auch GoPro-Chef und Erfinder Nicholas Woodman nicht zufrieden - was vor allem an den schwächelnden Absätzen des Modells "Hero Session4" lag. "Rückblickend betrachtet glauben wir, dass der Preis von 399 Dollar zu hoch war", so Woodman. Preissenkungen könnten im Umkehrschluss natürlich die hohen Gewinn-Margen von GoPro schrumpfen.

Anleger sollten darauf achten, ob es die GoPro-Aktie schafft, einen Boden auszubilden. Immerhin geht es seit Anfang Dezember vorwiegend seitwärts. In den vergangenen Tagen bewegte sich der Kurs in einem Korridor zwischen 17,50 und 18,50 US-Dollar, um gestern zu Handelsbeginn nach oben auszubrechen. Allerdings konnte der Titel nicht die knapp 20 Dollar halten, sondern schloss erneut bei 18,50 Dollar. Sollte die Aktie unter das jüngste Seitwärtsband fallen, wäre dies ein trendbestätigendes Signal, sprich: Weitere Kursverluste wären höchst wahrscheinlich.

Neues aus der GoPro-Family

Vielleicht hilft ja die Neuheit in der GoPro-Familie? Die soll im Januar dieses Jahres herauskommen: die GoPro-Drohne. Die Entwicklung von Drohnen ist zwar keine Innovation - GoPro will seinen "Quadcopter" mit herausragender Kameraqualität ausrüsten.

Ein Video zeigt, dass die Drohne vor allem eins kann: ruhig und wackelfrei filmen.

cw

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