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Aktie des Tages

General Electric: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Konzern im Umbruch

GE, ein defensives Basisinvestment

Stand: 19.02.2016, 11:35 Uhr

Auch an der GE-Aktie sind die jüngsten Turbulenzen nicht spurlos vorbei gegangen. Aber wenn es um Langfristinvestments geht, führt an dem amerikanischen Industrieriesen kein Weg vorbei.

Das zeigt sich schon allein aus der Tatsache, dass die Aktie des 1892 von Thomas Alva Edison gegründeten Unternehmens als einzige auch heute noch im Dow-Jones-Industrial-Average-Index vertreten ist. Das war im Jahr 1896, als dieser Index entstand, ein weiterentwickelter Nachfolger des bereits 1884 von Charles Dow kreierten ersten Aktienindex. General Electric ist also ein besonderes, über 120 Jahre altes Stück amerikanischer Industriegeschichte.

Rückschlag zu Jahresbeginn

Aber für Tradition kann man sich bekanntlich nichts kaufen. Auch das GE-Papier ist zu Jahresbeginn mit dem Gesamtmarkt und dabei kurz sogar knapp unter die 200-Tage-Linie gefallen. Dieser Test verlief allerdings erfolgreich, so dass sich die Wahrscheinlichkeit weiterer Rückschläge zunächst verringert hat. Gleichwohl sprach Firmenchef Jeff Immelt davon, dass die ersten Tage des Jahres unberechenbar gewesen seien. Die Prognose für 2016 bestätigte er trotzdem.

Zuvor hatte die Aktie sich allerdings mit viel Schwung von ihrem Zwölf-Monats-Tief im August bei etwas über 23 Dollar nach oben gearbeitet. Bis auf 31,28 Dollar war bis zum Jahresende 2015 bergauf gegangen. Langweilig wird es mit dem GE-Papier also nicht.

Konzern im Umbau

Aber die General Electric-Aktie, mit rund 292 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung eines der größten Schwergewichte im Dow, gilt eigentlich trotz dieser Schwankungen nicht als das Lieblingskind Trading-orientierter Investoren. Was nicht heißt, dass es unter dem Konzerndach von GE nicht kräftig zur Sache geht. Im Gegenteil, spätestens seit April 2015 wird der Konzern so umgebaut, dass er ein anderes Gesicht bekommen wird, als es unter dem legendären Ex-Chef Jack Welch ("Neutronen-Jack") viele Jahre der Fall war.

Immerhin soll nicht mehr oder weniger als die Finanzsparte losgeschlagen werden, die einstmals rund die Hälfte der Erlöse einbrachte, sich in der Finanzkrise aber auch als teure Achillesferse erwies. Ein Volumen von 200 Milliarden Dollar steht damit zur Disposition, das verkauft man nicht mal eben über Nacht. Zukünftig soll das industrielle Kerngeschäft im Fokus stehen, wo GE unter anderem im Öl- und Gasbereich, dem Flugzeuggeschäft und der Medizintechnik tätig ist und als Erzrivale der deutschen Siemens AG gilt. Das zeigte sich zuletzt 2014 deutlich bei der Übernahme des französischen Turbinenbauers Alstom, den man den Münchenern wegschnappte.

Gasturbine von General Electric

General Electric GE Gasturbine. | Bildquelle: ©jpi-photographe

Defensives Kerninvestment

Sollten sich die Anleger 2016 mehr den langfristig ausgerichteten, dividendenstarken Schwergewichten zuwenden, führt an GE kein Weg vorbei. Dies, obwohl das Management zuletzt die Quartalsdividende angesichts der Transformation im Unternehmen unverändert bei 0,23 Dollar belassen hatte. Damit bleibt die Dividendenrendite weiter bei auskömmlichen rund 3,1 Prozent, einige hatten aber wohl mehr erwartet.

Denn seitdem die Ausschüttung in der Krise 2009 radikal auf 0,10 Dollar gesenkt worden war, ging es bisher immer konstant bergauf. Zudem kauft GE im Zuge des Desinvestments der Finanzsparte für insgesamt 50 Milliarden Dollar eigene Aktien zurück.

Industrie 4.0

Stratregisch will der Konzern mit den Mitteln ins neue digitale Zeitalter vorstoßen - die vierte Industrielle Revolution, gekennzeichnet durch Schlagwörter wie "Internet of things", ist derzeit branchenübergreifend das wohl brennendste Thema für GE im 21. Jahrhundert. Ob es für weitere 120 Jahre Geschichte bestimmend sein wird, muss sich aber erst noch zeigen.

rm

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