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Analysten geben grünes Licht
Facebook-Aktie startet durch
Die Facebook-Aktie hat sich in den vergangenen Monaten spürbar erholt. Seitdem ging es steil bergauf. Ist das die Trendwende? Ist der Kursverfall gestoppt? Was sagen die Analysten?
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Die Aktie des sozialen Internet-Netzwerks hat sich seit ihrem Tiefpunkt Anfang September nach oben gekämpft. Damals notierte sie bei 17,72 und steht aktuell bei über 27 US-Dollar. Das ist zwar immer noch unter dem Ausgabepreis von 38 Dollar, den Facebook beim Börsengang Anfang Mai erzielen konnte. Investoren, die den Tiefpunkt zum Einstieg genutzt haben, verbuchen seitdem ein Plus von mehr als 50 Prozent. Allein in den vergangenen vier Wochen stieg das Facebook-Papier gut 20 Prozent.
Analysten sind zunehmend positiv gestimmt
Die Experten der japanischen Investmentbank Nomura trauen der Internetaktie zu, bis auf 32 US-Dollar zu klettern – ein Kurspotenzial von mehr als 20 Prozent. Ihre Kaufempfehlung begründen die Analysten unter anderem mit der Annahme, dass die Einnahmen mit mobiler Werbung weiter steigen. Für das Geschäftsjahr 2013 rechnen sie mit einem Werbeumsatz von 1,4 Milliarden Dollar im Mobilgeschäft. Ein Hoffnungswert, der die Facebook-Aktie bereits nach der Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal hatte steigen lassen.
Die Analysten von Sanford C. Bernstein empfehlen die Aktie von Facebook jetzt ebenfalls zum Kauf und haben das Kursziel von 23 auf 33 Dollar hochgesetzt. Der Markt unterschätze das Umsatzpotenzial des Sozialen Netzwerks in den kommenden Jahren, schreiben sie. Ihre Begründung: Facebook werde mit dem Newsfeed auf mobilen Endgeräten mehr Geld verdienen als in der Vergangenheit.
Kursverluste nach Auslaufen der Haltefristen
Der Kurs der völlig überbewertet an die Börse gebrachten Aktie war zwischen Mai und Anfang September in Wellenbewegungen steil nach unten gerauscht. Das hing nicht nur mit skeptischen Analystenkommentaren und dem vielfach geäußerten Zweifel am Geschäftsmodell der Kalifornier zusammen.
Die Haltefristen der Facebook-Aktie und ihr Kursverlauf
Es hatte auch etwas mit den Haltefristen zu tun. Facebook hatte über eine Milliarde Anteilsscheine an eigene Mitarbeiter, firmennahe Personen und Investoren der ersten Stunde verteilt. Zuletzt war eine Frist für mehr als 800 Millionen Anteilsscheine ausgelaufen. Der Aktienkurs hatte überraschend zugelegt. Einige bezeichneten das als Wendepunkt. Im August und Oktober war das Facebook-Papier nach dem Ablauf von Haltefristen jeweils im Wert abgestürzt.
Weitere Aktien-Pakete kommen
Im Dezember fallen die Schranken für weitere 156 Millionen Aktien aus dem Bestand von Altinvestoren, im Mai läuft eine letzte Haltefrist für 47 Millionen Aktien aus. Beide Kontingente sind jedoch vergleichsweise klein. Deshalb messen ihnen Finanzprofis auch nicht mehr allzu große Bedeutung bei.
Zuckerberg ist Verlierer des Jahres
Mit jedem Dollar, den der Kurs von Facebook fällt, wird Firmen-Gründer Mark Zuckerberg eine halbe Milliarde Dollar ärmer. Schon jetzt hat er durch den Kursverfall rein rechnerisch fast die Hälfte seines Vermögens verloren - er kommt noch auf rund zehn Milliarden Dollar. In der Rangliste der reichsten US-Amerikaner, die das Magazin "Forbes" erstellt, sackte der 28-Jährige von Rang 14 auf Rang 36 ab. Er war damit der größte Verlierer in diesem Jahr und hatte selbst eingeräumt: "Die Entwicklung der Aktie ist ganz offensichtlich enttäuschend."
Viel Vertrauen der Anleger verspielt
Zuckerberg hatte im Zuge des Börsengangs 30 Millionen Papiere verkauft und dabei gut 1,1 Milliarden Dollar eingenommen. Er hält aber immer noch mehr als eine halbe Milliarde Aktien. Das ist ein gewaltiges Paket: Inklusive aller Optionen und Mitarbeiteraktien gibt es bei Facebook rund 2,7 Milliarden Anteilsscheine. Durch den umstrittenen Börsengang und den Kursverfall hat Facebook bei den Anlegern viel Vertrauen verspielt. Das Netzwerk erfreut sich aber weiterhin großer Beliebtheit. Weltweit gibt es mehr als eine Milliarde Nutzer. Die Plattform finanziert sich vor allem aus Werbekooperationen und dem Ausnutzen von Userdaten.
Stand: 30.11.2012, 11:31 Uhr