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Banken

Erste Group: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Musterschüler unter Europas Banken

Erste Group ist wieder erste Sahne

Stand: 26.02.2016, 11:35 Uhr

Die österreichische Erste Group braucht nicht mehr ehrfürchtig auf die Deutsche Bank zu schauen. Die Wiener zeigen dem deutschen Branchenprimus, wie Geld verdienen geht. Wie schaffen die das?

Wer das Geschäftsmodell österreichischer Banken verstehen will, muss nach Osteuropa gehen. Dort sind die Erste Group, die Raiffeisen und die Bank Austria fast an jeder Straßenecke zu finden. In den letzten Jahren haben die österreichischen Geldinstitute viele Banken in Mittel- und Osteuropa übernommen und ein riesiges Filialnetz aufgebaut.

Die Osteuropa-Fantasie beflügelte zunächst die österreichischen Banken. Doch mit der Finanzkrise 2008/2009 wurde der Trumpf zum Malus. Plötzlich litten die österreichischen Banken unter hohen Rückstellungen für faule Kredite. Das hielt lange an. Selbst 2014 musste die Erste Group eine halbe Milliarde Euro an Risikovorsorge in Rumänien und Sonderkosten verkraften - und erlitt einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro.

Osteuropa wird wieder zum Wachstumstreiber

Nun aber hat das Sparkassen-Spitzeninstitut das Schlimmste überstanden. In den Kernmärkten in Mittel- und Osteuropa zieht die Wirtschaft wieder an - teils stärker als in Westeuropa. Immer mehr Kredite werden nachgefragt. Das kommt der Ersten Group zugute. Im abgelaufenen Jahr hat das Geldinstitut, das drittgrößter Kreditgeber in Osteuropa ist, die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft – und wieder üppig verdient. Der Gewinn lag bei 968,2 Millionen Euro. Alleine im vierten Quartal konnte der Überschuss um mehr als das Vierfache auf 204 Millionen Euro gesteigert werden. Analysten hatten mit weniger gerechnet.

Die Erste Group gilt inzwischen gar als ein Musterschüler unter Europas Banken. "Unser Ergebnis zeigt, dass wir zur einer kleinen Gruppe von Banken gehören, die trotz eines sehr herausfordernden Umfelds ihre Kapitalkosten verdienen", betont Vorstandschef Andreas Treichl. 2016 will er die Profitabilität der Bank weiter verbessern und die Eigenkapitalverzinsung erhöhen.

Harte Kernkapitalquote klar über den Mindestanforderungen

Dank der Gewinne polsterte die Erste Group ihre Kapitaldecke auf. Die viel beachtete harte Kernkapitalquote (CET1, Basel III) kletterte auf 12,3 Prozent. Damit liegt sie klar über den erforderlichen 9,75 Prozent.

Gebäude der Erste Bank in Wien

Erste Bank Wien. | Bildquelle: Unternehmen

Die Aktionäre sollen ebenfalls am Erfolg teilhaben. Erstmals seit 2013 erhalten sie wieder eine Dividende von 50 Cent je Aktie. Die Ausschüttung liegt damit am oberen Ende der zuvor in Aussicht gestellten Bandbreite von 40 bis 50 Cent.

Aktie steigt

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12,41
Differenz absolut
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Differenz relativ
-3,42%

Die Nachrichten kommen an der Börse gut an: Die Aktie der Ersten Group zieht am Freitag um knapp vier Prozent an. Auf Ein-Jahres-Sicht hat der im österreichischen Leitindex ATX notierte Titel gut zehn Prozent zugelegt und sich vom negativen Trend abgekoppelt. Zum Vergleich: Der Banken-Index STXE 600 Banken brach im selben Zeitraum um rund 30 Prozent ein. Die Papiere der Deutschen Bank stürzten auf Ein-Jahres-Sicht gar um über 80 Prozent ab.

nb

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